Ringtausch: Erste Marder-Panzer in Griechenland angekommen
Die erste Tranche an deutschen Marder-Schützenpanzern kam gestern (16. Oktober) in Griechenland im Zuge des sogenannten Ringtausches an. Griechenland wird im Gegenzug 40 Panzer sowjetischen Bauart an die Ukraine liefern.
Die erste Tranche an deutschen Marder-Schützenpanzern kam gestern (16. Oktober) in Griechenland im Zuge des sogenannten Ringtausches an. Griechenland wird im Gegenzug 40 Panzer sowjetischen Bauart an die Ukraine liefern.
Von den insgesamt 40 Marder-Schützenpanzern wurden bislang sechs an Griechenland geliefert. Bis zum 21. Oktober sollen weitere 14 Panzer in Griechenland eintreffen. 20 weitere Schützenpanzer deutscher Bauart würden dann noch ausstehen, so eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle gegenüber EURACTIV.
Athen wiederum wird im Gegenzug 40 BMP-1 Panzer sowjetischer Bauart an die Ukraine abgeben.
Ende Mai 2022 hatte Bundeskanzler Olaf Scholz nach Gesprächen mit der griechischen Regierung den Ringtausch angekündigt.
Damit versucht die Bundesregierung, der Ukraine vertrautes sowjetisches Kriegsgerät über Partnerländer zur Verfügung zu stellen. Denn an modernem Gerät, wie dem Marder, müsste das ukrainische Militär erst ausgebildet werden.
Von deutscher Seite konnte die Meldung bislang nicht bestätigt werden.
Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums erklärte am Montag, dass er “keinen aktuellen neuen Stand mitteilen“ könne, verwies jedoch auf den „engen Austausch und gute Gespräche“ mit der griechischen Seite.
Während der Ringtausch mit Polen bisher erfolglos blieb, ist der Tausch mit der Slowakei und Tschechien bereits im Gange. Ein Ringtausch mit Slowenien ist derzeit in Arbeit.
Der Ansatz der Bundesregierung stieß dabei allerdings auch auf Kritik. So sagte der polnische Vize-Außenminister Szymon Szynkowski vel Sek im Juli, dass es sich beim Ringtausch um ein “Täuschungsmanöver” handle, denn es sei nur eine “symbolische Anzahl” an Panzern angeboten worden, so Szynkowski vel Sek gegenüber dem Spiegel.
Modernisierungsschub für Griechenland
Die Lieferung der Marder-Schützenpanzer an Griechenland trägt auch zu der Modernisierung des griechischen Militärs bei, denn die veralteten BMP-1 Panzer werden gegen moderneres und wesentlich kostspieligeres deutsches Gerät getauscht.
Das ist insbesondere relevant für den immer wieder aufflammenden Konflikt zwischen der Türkei und Griechenland in Bezug auf die griechischen Inseln. Denn die Türkei stellt immer noch Ansprüche auf einen Teil der griechischen Inseln an der türkischen Küste.
Wie EURACTIV erfahren hat, sollen die an Griechenland gelieferten Marder-Panzer jedoch nicht auf den griechischen Inseln stationiert werden, wohl um den Konflikt mit der Türkei nicht weiter anzuheizen, heißt es aus mehreren griechischen Quellen.
Im September hatte die Türkei Griechenland noch mit einer nächtlichen Invasion gedroht.
“Wir können plötzlich kommen, mitten in der Nacht,” erklärte der türkische Präsident Recep Tayip Erdogan.
Nach Angaben des griechischen Verteidigungsministeriums im September verletzt die Türkei zunehmend den griechischen Luftraum, insbesondere durch den Einsatz von Drohnen wie der Βayraktar, die auch in der Ukraine eingesetzt werden.
Derweil ist der Konflikt auch in Brüssel angekommen.
“Die Türkei muss die Souveränität und territoriale Integrität aller EU-Mitgliedstaaten respektieren”, so der jährliche Erweiterungsbericht der EU-Kommission im Oktober.