Russische Enklave: Lebensmittelschmuggel nach Kaliningrad floriert weiter
Polnischen Medienberichten zufolge blüht der Lebensmittelschmuggel zwischen Polen und der Oblast Kaliningrad, da die russischen Bürger:innen zunehmend frustriert sind, weil sie aufgrund der Sanktionen keinen Zugang zu westlichen Produkten haben.
Polnischen Medienberichten zufolge blüht der Lebensmittelschmuggel zwischen Polen und Kaliningrad, da die russischen Bürger:innen zunehmend frustriert sind, weil sie aufgrund der Sanktionen keinen Zugang zu westlichen Produkten haben.
Während ein Großteil der Schmuggelware anscheinend ohne Probleme durchkommt, haben einige Verhaftungen in letzter Zeit für Verärgerung gesorgt.
Russ:innen aus Kaliningrad äußerten sich auf Telegram über die Verfolgung von Schmuggler:innen. „Es gibt Sanktionen und man kann nicht einmal schmuggeln“, beschwerte sich eine Person. „Sie verfolgen die Menschen, warum geben sie uns nicht stattdessen qualitativ hochwertige und billigere Lebensmittel?“, fragte sich ein anderer.
Am vergangenen Mittwoch (11. Januar) erwischten die russischen Pflanzenschutzbehörden einen Mann, der 20 Kilogramm polnische Wurst nach Kaliningrad schmuggeln wollte, wie Wirtualna Polska berichtet.
Die Beamt:innen begründeten dies mit dem Fehlen der erforderlichen Dokumente und dem Risiko, dass dadurch Virus der Afrikanischen Schweinepest eingeschleppt werden könne.
Der Wurstschmuggler musste eine Geldstrafe zahlen. Auf dem Bild der beschlagnahmten Produkte, das die Beamt:innen veröffentlichten, um vor ähnlichen Praktiken zu warnen, erkennt man eine Einkaufstasche von Biedronka, Polens beliebtester Discounterkette.
Das Phänomen des Lebensmittelschmuggels nach Kaliningrad könnte wohl ein viel größeres Ausmaß haben, als zunächst angenommen. Eine Frau aus Kaliningrad sagte auf Telegram, sie habe in der Stadt viele Autos „mit weit mehr als 20 kg“ geschmuggelter Produkte gesehen, die niemand beschlagnahmt habe. Sie nannte eine Zollabfertigung an der Grenze „ein Hirngespinst.“
Die meisten Menschen, die nach Kaliningrad reisen, nehmen Taschen mit Lebensmitteln für den Eigenverzehr mit, da die Geschäfte dort schlecht bestückt sind und die höherwertigen Produkte viel kosten, erklärte ein Mitarbeiter eines polnischen Unternehmens, das am Grenzübergang tätig ist.
Er fügte hinzu, dass es sich bei den meisten Reisenden um Student:innen, Menschen deutscher Herkunft mit russischem Pass und Schengen-Visum oder Russ:innen mit polnischen Ehepartner:innen handelt.