Russische Hacker legen bulgarisches Postamt lahm

Ein massiver Hackerangriff am 16. April - bei dem auch Russland beteiligt war - hat die bulgarische Staatspost völlig lahmgelegt. Diese sei immer noch nicht in Betrieb, sagte der IT-Experte der Regierung, Vasil Velichkov.

EURACTIV.bg
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Die staatliche Post umfasst 2.973 Postämter und beschäftigt 9.000 Angestellte in über 2.300 Ortschaften. Die Auszahlung von Renten, Postdienstleistungen und die Verteilung der Presse gehören zu ihren wichtigsten Aufgaben. [Shutterstock/Aleksandar Malivuk]

Ein massiver Hackerangriff am 16. April, an dem auch Russland beteiligt war, hat die bulgarische Staatspost völlig lahmgelegt. Das System sei immer noch nicht wieder in Betrieb, sagte der IT-Experte der Regierung, Vasil Velichkov.

Die staatliche Post umfasst 2.973 Postämter und beschäftigt 9.000 Angestellte in über 2.300 Ortschaften. Die Auszahlung von Renten, Postdienstleistungen und die Verteilung der Presse gehören zu ihren wichtigsten Aufgaben.

„Sowohl das Virus als auch die Malware weisen Spuren russischen Ursprungs auf, und die gesamte Vorbereitung des Angriffs erfolgte im Stil der Dienste der Russischen Föderation“, sagte Velichkov.

Die bulgarische Regierung sagt, dass sie kein Lösegeld zahlen würde, falls es von ihr verlangt werden sollte. Der Virus ist so konzipiert, dass er sich nicht aktivieren lässt, wenn die Computer spezielle Einstellungen für Russland oder einige der ehemaligen Sowjetrepubliken haben.

Ein weiteres Indiz, das auf eine russische Beteiligung hindeutet, ist die Tatsache, dass alle Sicherheitsumgehungstools mit Delphi-Software kompiliert worden sind. Dem Experten zufolge ist es nicht vollkommen gesichert, dass russische Dienste daran beteiligt sind, aber „99 Prozent der Nutzer dieser Software befinden sich in der Russischen Föderation“ und alle Spuren führen dorthin.

Die Kommission für den Schutz personenbezogener Daten wird überprüfen, ob es sich um ein Leck bei personenbezogenen Daten handelt, da das digitale Archiv des Unternehmens verloren gegangen ist. Die stellvertretende Premierministerin Kalina Konstantinova bezeichnete den Hackerangriff als strategisch und gut geplant.

Die Informationen über den Hackerangriff waren 12 Stunden vor dem Angriff bekannt, sagte Plamen Tonchev, der Leiter des Inlandsgeheimdienstes. Die Post lehnte jedoch zunächst Hilfe ab und sagte, sie könne das Problem selbst in die Hand nehmen