Schulkinder bekommen kostenloses Obst und Gemüse [DE]

Die EU-Landwirtschaftsminister haben ein Abkommen geschlossen, Schulen in ganz Europa frisches Obst und Gemüse bereitzustellen, um eine gute Ernährungsweise zu fördern und Fettleibigkeit bei Kindern zu bekämpfen. 

Die EU-Landwirtschaftsminister haben ein Abkommen geschlossen, Schulen in ganz Europa frisches Obst und Gemüse bereitzustellen, um eine gute Ernährungsweise zu fördern und Fettleibigkeit bei Kindern zu bekämpfen. 

Ab 2009 wird ein System, bei denen Kinder zwischen sechs und zehn Jahren kostenloses Obst und Gemüse erhalten, mit insgesamt 90 Millionen Euro von der EU subventioniert. Dieses Geld wird in den Mitgliedstaaten, die an dem Programm teilnehmen wollen, durch Mittel aus nationalen und privaten Fonds ergänzt.

Dieses Programm werde glaubwürdig und wirkungsvoll sein und könne die Essgewohnheiten der Kinder wirklich beeinflussen, wenn man damit die Schulkinder dazu anregen könne, wenigsten ein Stück Obst pro Tag zu essen, meinte Niels Busk, Berichterstatter für das Dossier im Europäischen Parlament, das am 18. November 2008 einen Bericht annahm und damit dem Plan mit großer Mehrheit zustimmte.

Die Europaabgeordneten aus Mittel- und Osteuropa lobten die Initiative besonders, da einige neue Mitgliedstaaten Probleme haben, eine gute Verpflegung an den Schulen zu gewährleisten. In Bulgarien gebe es beispielsweise ein staatlich subventioniertes Programm für die Einrichtung von Schulkantinen, doch das Land habe nicht die Mittel, um alle Bedürfnisse abzudecken. Die Unterstützung der EU sei daher überaus willkommen, so die Europaabgeordnete Marussya Lyubcheva (SPE). 

Das Abkommen der EU-Minister ging jedoch nicht so weit wie der ambitioniertere Plan der Europaabgeordneten in Höhe von 500 Millionen Euro und begrenzt auf Obst und Gemüse aus der EU. Das Abkommen wurde dennoch von der Europäischen Kommission begrüßt, die den Vorschlag im Juli vorgelegt hatte (EURACTIV vom 8. Juli 2008).

Man brauche nur durch irgendeine europäische Fußgängerzone zu gehen und schon sehe man die zunehmende Fettleibigkeit klar und deutlich. Dieses Problem bestehe insbesondere bei den jungen Leuten, wie ernüchternde Statistiken zeigten, so Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel, die damals für das Landwirtschaftsressort zuständig war.

Den neuesten Statistiken zufolge sind schätzungsweise 22 Millionen Kinder in der EU übergewichtig und mehr als fünf Millionen von ihnen leiden unter Fettleibigkeit. Diese Zahlen werden voraussichtlich mit jedem Jahr um 400 000 zunehmen.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt pro Person den Verzehr von täglich 400 Gramm Obst und Gemüse. Die Mehrheit der Europäer erreicht diese Vorgabe nicht und weniger als 20% der Kinder unter elf Jahren essen die empfohlenen Mengen an Obst und Gemüse.

Natürlich glaube man nicht, dass sich dieses Problem über Nacht lösen lasse, wenn kostenloses Obst und Gemüse ausgeteilt werde. Doch Experten stimmten darin überein, dass eine gesunde Ernährung eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung der Fettleibigkeit und bei der Senkung des Risikos ernster Gesundheitsprobleme, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes II, im weiteren Lebensverlauf spiele, so Fischer Boel kürzlich.