Schweden könnte der Ukraine Leopard-2-Panzer liefern

Die schwedische Regierung könnte schon bald Leopard-2-Panzer in die Ukraine schicken. Verteidigungsminister Pål Jonson kündigte am Donnerstag an, er stehe dieser Idee offen gegenüber, nachdem im Parlament eine politische Einigung erzielt wurde.

Euractiv.com
NATO Defence Ministers meeting
Die Entsendung von Panzern wäre ein starkes Signal als ergänzender Beitrag, sagte der Minister, der bereits in der vergangenen Woche deutlich gemacht hatte, dass ein elftes militärisches Unterstützungspaket in Arbeit ist und bald vorgelegt werden soll. [EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]

Die schwedische Regierung könnte schon bald Leopard-2-Panzer in die Ukraine schicken. Laut dem Verteidigungsminister erfordert dies eine politische Einigung im Parlament.

Die Entsendung von Panzern wäre ein starkes Signal als ergänzender Beitrag, sagte der Verteidigungsminister Pål Jonson, der bereits in der vergangenen Woche deutlich gemacht hatte, dass ein elftes militärisches Unterstützungspaket in Arbeit ist und bald vorgelegt werden soll.

„Wir sind offen dafür und stehen insbesondere mit Deutschland in engem Dialog“, so Jonson. Deutschland hat im vergangenen Monat die Entsendung von Leopard-Panzern aus deutscher Produktion genehmigt.

Die genaue Anzahl der zu entsendenden Panzer wurde bisher noch nicht bekannt gegeben. Die meisten der acht Parteien im Parlament haben jedoch bereits ihre Meinung dazu geäußert, wie viele der 120 Leopard-Panzer der schwedischen Verteidigungsstreitkräfte in die Ukraine geschickt werden sollten.

Der verteidigungspolitische Sprecher der regierenden christdemokratischen Partei, Mikael Oscarsson, ist der Meinung, dass Schweden eine „Anzahl“ von Leopard-Panzern schicken sollte.

„Panzer sind ein entscheidender Faktor, wenn es um den Bodenkampf geht. Sie wurden von der Ukraine seit langem angefordert, um Offensiven durchführen und Boden zurückerobern zu können“, sagte Oscarsson. Er fügte hinzu, dass Norwegen acht Leopard-Panzer in die Ukraine schicken werde.

Auch prominente Sozialdemokraten sind der Meinung, dass es an der Zeit ist, die Ukraine durch die Entsendung von Panzern zu unterstützen, wie der ehemalige Verteidigungsminister Peter Hultqvist. Er weigerte sich jedoch, eine genaue Zahl der zu entsendenden Panzer zu nennen, da die schwedischen Streitkräfte dies selbst beurteilen müssten.

„Wenn sie zu dem hinzukommen, was andere Länder an Panzern schicken, wird das einen deutlichen Einfluss darauf haben, wie man in den verschiedenen Frontgebieten agiert und wie sich die ukrainische Seite gegen einen russischen Angriff wehren kann“, sagte Hultqvist.

Die rechtsextremen Schwedendemokraten,  welche die regierende Dreiparteienkoalition (Moderate, Christdemokraten und Liberale) unterstützen, wollen ebenfalls Leopareden in die Ukraine schicken.

Sie äußerten diesen Wunsch sogar schon im Januar, wie der außenpolitische Sprecher der Partei, Aron Emilsson, in einem Gastbeitrag schrieb.

„Es sollte die Möglichkeit geben, genau wie für Finnland, Norwegen, Polen und andere Länder, einen kleinen Teil unserer Panzerflotte zu nehmen und zum Kampf der Ukraine gegen Russland beizutragen“, sagte er.

Die Schwedendemokraten schätzen, dass Schweden in der Lage sein sollte, 14 Panzer zu entsenden.

„Das ist nicht in Stein gemeißelt, wir wollen auch die Einschätzung der schwedischen Streitkräfte hören“, sagte Emilsson.

Er wies darauf hin, dass Panzer ganz oben auf der Wunschliste der Ukraine stünden und dass russische Eliteeinheiten in der Ukraine beschäftigt seien und keine unmittelbare militärische Bedrohung für Schweden darstellten.

„Vor diesem Hintergrund ist die Entsendung von Panzern etwas, was wir von schwedischer Seite aus tun können sollten“, fügte Emilsson hinzu.