Schwedens Finanzministerin übernimmt Amt in Weltbank und IWF

Die schwedische Finanzministerin Elisabeth Svantesson wird den Vorsitz des gemeinsamen Entwicklungsausschusses der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds übernehmen. Sie wird dieses Amt bis 2026 innehaben.

EURACTIV.com
Economic and Financial Affairs Council in Brussels
„In einer Zeit wie dieser fühlt es sich wichtig an“, sagte Svantesson (Bild). [EPA-EFE/OLIVIER HOSLET]

Die schwedische Finanzministerin Elisabeth Svantesson wird den Vorsitz des gemeinsamen Entwicklungsausschusses der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds übernehmen. Sie wird dieses Amt bis 2026 innehaben.

Zusätzlich zu ihrer derzeitigen Rolle als schwedische Finanzministerin (Moderate/EVP) wird Svantesson die erste Schwedin sein, die den Vorsitz im gemeinsamen Entwicklungsausschuss der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds übernimmt. Sie ist nach der spanischen Wirtschaftswissenschaftlerin Nadia Calviño, die im Dezember 2021 ernannt wurde, die zweite Europäerin in dieser Position.

„In einer Zeit wie dieser fühlt es sich wichtig an“, sagte Svantesson.

Ihre neue Position als Vorsitzende wird auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank am Freitag (25. Oktober) in einer Sitzung mit dem scheidenden Vorsitzenden, dem Finanzminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Mohamed bin Hadi Al Hussaini, offiziell vorgestellt.

Die Amtszeit beträgt in der Regel zwei Jahre und beginnt nach einer Jahrestagung. Svantesson wurde für den Zeitraum von 2025 bis 2026 gewählt, wird aber in der Praxis bereits im November dieses Jahres den Vorsitz übernehmen.

Der Entwicklungsausschuss ist ein gemeinsames Beratungsgremium der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds, das politische Leitlinien zu Fragen der globalen Wirtschaftsentwicklung bereitstellt.

Der Ausschuss setzt sich aus Finanzministern und Zentralbankchefs der Industrie- und Entwicklungsländern zusammen und konzentriert sich auf Herausforderungen wie Armutsbekämpfung, nachhaltige Entwicklung und Finanzstabilität in Entwicklungsländern.

Beim Entwicklungsausschuss treffen sich die Beteiligten zweimal im Jahr. Er dient als Plattform, um globale Entwicklungsprioritäten zu diskutieren und die Bemühungen beider Institutionen zur Lösung dringender wirtschaftlicher Probleme zu koordinieren.

Trotz ihrer neuen internationalen Rolle versicherte Svantesson der schwedischen Presse, dass sie genügend Zeit für ihre Arbeit als schwedische Finanzministerin haben werde.

„Ich werde mich natürlich voll und ganz auf meine Arbeit zu Hause konzentrieren, wie ich es immer tue“, sagte sie. Sie sei entschlossen, einen Weg zu finden, wie Staaten in diesen von Spaltung geprägten Zeiten zusammenarbeiten können.

In ihrer Position als Finanzministerin leitete Svantesson letzte Woche die Abkehr vom langjährigen „Haushaltsüberschussziel“ Schwedens. Diese seit den 1990er Jahren geltende Regel verlangte die Aufrechterhaltung eines Haushaltsüberschusses von 0,33 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und die Begrenzung der Staatsverschuldung auf unter 35 Prozent.

Diese von einer breiten politischen Koalition unterstützte Änderung spiegelt einen wachsenden Konsens darüber wider, dass eine strenge Haushaltsdisziplin heutzutage notwendige Investitionen behindere. Nach der schwedischen Finanzkrise in den 1990er Jahren hatte sie als essenziell gegolten.

[Bearbeitet von Daniel Eck/Kjeld Neubert]