Shell in Albanien vor "bahnbrechender Entdeckung"
Der niederländische Energieriese Shell stehe kurz vor der Entdeckung bedeutender Gas- und Ölvorkommen in Albanien, erklärte Premierminister Edi Rama am Montag gegenüber niederländischen Journalist:innen.
Der niederländische Energieriese Shell stehe kurz vor der Entdeckung bedeutender Gas- und Ölvorkommen in Albanien, erklärte Premierminister Edi Rama am Montag gegenüber niederländischen Journalist:innen – eine Entwicklung, die laut Rama die Zukunft der Energieversorgung in Europa verändern könnte.
Das Unternehmen ist seit langem in Albanien aktiv und hat 2018 mehrere millionenschwere Verträge zur Erkundung von Regionen des Landes nach Gas und Öl unterzeichnet. Im Laufe der Jahre wurden mehrere vielversprechende Funde gemacht, darunter ein großes Ölvorkommen und bedeutende Gasvorkommen, die im Süden des Landes vermutet werden.
„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir [der Öffentlichkeit] bald eine wichtige Entdeckung mitteilen können, die von Shell in unserem Land gemacht wurde. Im Moment zögern sie noch, über Zahlen zu sprechen, aber alles deutet darauf hin, dass es sich um eine sehr wichtige Entdeckung von Gas- und Ölreserven im Boden handelt“, sagte Rama.
Der Premierminister fügte hinzu, er erwarte, dass die Entdeckung große Auswirkungen auf die Zukunft der Energie in Europa haben werde.
Dies könnte „die Zukunft unseres Landes beeinflussen, wird aber auch eine Rolle für die Energiezukunft Europas spielen“, fügte Rama hinzu.
Seit 2018 hat Shell geografische Untersuchungen in zwei Gebieten in Südalbanien durchgeführt: Block 2 in der Nähe von Berat und Block 4, der Teile des Flusses Vjosa und der umliegenden Landschaft umfasst.
Die Untersuchungen haben bei Anwohner:innen und Umweltschützer:innen Besorgnis ausgelöst und einen Vertreter von Shell dazu veranlasst, eine Erklärung abzugeben. Darin heißt es, dass das Unternehmen unabhängig von den Ergebnissen der aktuellen Untersuchung nicht im Vjosa-Fluss nach Gas bohren wird.
Der Vjosa-Fluss, der als letzter Wildfluss Europas angesehen wird, steht derzeit im Mittelpunkt einer internationalen Kampagne, die darauf abzielt, ihn als Nationalpark auszuweisen und ihn damit vor Wasserkraftwerken und Ölbohrungen zu schützen.
Kürzlich unterzeichnete die albanische Regierung eine Absichtserklärung mit dem internationalen Unternehmen Patagonia, um den Vjosa-Nationalpark zu erschließen. In diesem Zusammenhang versprach Rama, dass jegliche wirtschaftliche Aktivität, die den Fluss beeinträchtigt, verboten werden soll.
Auf die Frage, wie sich die Ausweisung des Nationalparks und das Verbot wirtschaftlicher Aktivitäten in der Region auf den Vertrag mit Shell für 2018 auswirken würden, wiederholte das Unternehmen seine Aussage, dass „der Vjosa-Fluss ein Naturgebiet von besonderer Bedeutung ist. Wir werden im Vjosa-Tal niemals nach Kohlenwasserstoffen bohren.“