Skype-Übernahme: EU prüft Beschwerden gegen Microsoft

Die Übernahme von Skype kostet Microsoft 8,5 Milliarden Dollar. Die EU muss dem Kauf allerdings noch zustimmen. Derzeit untersucht die EU-Kommission, ob eine Entbündelung des Online-Telefondienstes vom Microsoft Betriebssystem Windows erforderlich ist.

Microsoft-Chef Steve Ballmer (L) und Skype-Chef Tony Bates geben im Mai bekannt, dass Microsoft den Internet-Telefondienst für 8,5 Milliarden Dollar übernehmen werde. Foto: dpa
Microsoft-Chef Steve Ballmer (L) und Skype-Chef Tony Bates geben im Mai bekannt, dass Microsoft den Internet-Telefondienst für 8,5 Milliarden Dollar übernehmen werde. Foto: dpa

Die Übernahme von Skype kostet Microsoft 8,5 Milliarden Dollar. Die EU muss dem Kauf allerdings noch zustimmen. Derzeit untersucht die EU-Kommission, ob eine Entbündelung des Online-Telefondienstes vom Microsoft Betriebssystem Windows erforderlich ist.

Die Übernahme von Skype durch Microsoft würde die dominierende Position des Online-Telefondienstes im Markt der internet-basierten Telefonie und Video-Telefonie ausbauen, schreibt das italienische Unternehmen Messagenet SpA in einem Brief an die EU-Behörde, der EURACTIV vorliegt.

Messagenet fordert die Kommission darin auf, die Entbündelung von Skype und Windows zu verlangen, um eine "schädliche Wirkung auf den Wettbewerb" zu verhindern. Der leichtere Zugang von Microsoft-Nutzern zu Skype hätte demnach negative Auswirkungen für konkurrierende Internet-Telefonie-Anbieter.

Die 8,5 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Skype könnte die neuen "Windows Phones" des US-Softwareherstellers in direkte Konkurrenz zu den Smartphones von Google und Apple treten lassen. Die US-Kartellaufsicht hatte bereits im Juni grünes Licht für die Übernahme gegeben. Die Freigabe durch die Wettbewerbshüter der EU ist eine der verbliebenen regulatorischen Hürden, bevor das Geschäft abgeschlossen werden kann.

Messagenet fordert zudem, dass die Übernahme nur freigegeben wird, wenn Skype für die Interoperabilität der eigenen Dienste mit denen anderer Anbeiter sorgt. Dem italienischen Unternehmen zufolge hätte die Übernahme ein noch starreres Konzept der Interoperabilität der Skype-Dienste zur Folge, um Wettbewerber vom Markt auszuschließen. Skype erlaubt es konkurrierenden Diensten nicht, sich mit der Software des Unternehmens zu verbinden. Nutzer anderer Betreiber können Skype-Kunden daher nicht anrufen. Messagenet argumentiert, dass die derzeitige marktbeherrschende Stellung von Skype die Entwicklung konkurrierender Dienste verhindert.

Quellen zufolge sei ein weiteres Schreiben mit kritischen Anmerkungen von einem Industrieverband, der Telekommunikationsunternehmen repräsentiert, bei der Kommission eingereicht worden.

Die Entscheidung der Kommission wird für den 7. Oktober erwartet. "Wie in jedem Fall einer Fusion, untersuchen wir die Beobachtungen, die wir von Dritten erhalten haben", erklärte Kommissionssprecherin Amelia Torres ohne weitere Details zur anstehenden Entscheidung zu nennen.

EURACTIV/dto

Ein englischsprachiger Beitrag zum Thema erschien auf EURACTIV.com

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