Slowakei macht ersten Schritt zur Nutzung von Wasserstoff

Während Europa darum kämpft, seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und damit auch von Russland zu mindern, beschäftigt sich die Slowakei mit praktischen Fragen zur Nutzung von Wasserstoff.

EURACTIV.sk
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Im slowakischen Dorf Blatná nad Ostrovom hat ein Pilotprojekt zur Beimischung von Wasserstoff in die Erdgasinfrastruktur positive Ergebnisse erbracht. Dies ist ein erster Schritt, um zu zeigen, wie Wasserstoff mit nur geringfügigen Anpassungen sicher und effektiv in bestehenden Pipelines verteilt werden kann, so der Gasversorger SPP-D. [Shutterstock/fotokaleinar]

Während Europa darum kämpft, seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und damit auch von Russland zu mindern, beschäftigt sich die Slowakei mit praktischen Fragen zur Nutzung von Wasserstoff.

Im slowakischen Dorf Blatná nad Ostrovom hat ein Pilotprojekt zur Beimischung von Wasserstoff in die Erdgasinfrastruktur positive Ergebnisse erbracht.

Dies sei ein erster Schritt, um zu zeigen, wie Wasserstoff mit nur geringfügigen Anpassungen sicher und effektiv über bestehenden Pipelines verteilt werden kann, so der Gasversorger SPP-D.

„Die bisherigen Ergebnisse bestätigen, dass wir in der Lage sein werden, den Wasserstoff effizient zu verteilen. Das bedeutet, dass es nicht notwendig sein wird, neue Netze zu bauen, sondern dass es ausreichen wird, einige kleinere Änderungen im Netz vorzunehmen“, sagte der Direktor von SPP-D, Martin Hollý.

SPP-D hatte das Projekt Mitte Juni gestartet, bis September sollen die Versuche dauern. Wenn sie weiterhin positive Ergebnisse liefern, plant das Versorgungsunternehmen, bis 2025 fünf Prozent Wasserstoff mit Erdgas zu mischen. Bis 2030 soll der Anteil auf zehn Prozent und im darauf folgenden Jahrzehnt auf mehr als 20 Prozent steigen.

Mitte August teilte SPP-D in den sozialen Medien mit, dass es seit dem Start des Projekts in dem Dorf keine Beschwerden von Verbraucher:innen gegeben habe.

Nach Angaben des Unternehmens hatten selbst die ältesten und damit risikoreichsten Heizkessel und Öfen keine Probleme mit dem grünen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien, der für das Pilotprojekt verwendet wurde.

Auch die Befürchtungen, dass sich Wasserstoffmoleküle, die wesentlich kleiner als Gas sind, aus dem Gemisch lösen und aus den Rohrleitungen austreten könnten, haben sich nicht bewahrheitet und Kontrollen wiesen darauf hin, dass die Rohrleitungen dicht und das Wasserstoff-Erdgas-Gemisch homogen sind.

Ein erfolgreicher Abschluss des Pilotprojekts könnte entscheidende Auswirkungen auf die Wasserstoffnutzung im Land und seine Ambitionen, eine regionale Führungsrolle im Bereich Wasserstoff zu übernehmen, haben.

Wirtschaftsminister Richard Sulík plant Investitionen in Höhe von 1 Milliarde Euro, um die Wasserstoffproduktion und -nutzung in verschiedenen Sektoren zu fördern.

Das Pilotprojekt steht auch im Einklang mit den Plänen der EU-Kommission, grünen Wasserstoff als Mittel zur Verringerung der Abhängigkeit von russischer Energie zu nutzen, wie sie im REPowerEU-Paket dargelegt sind.

Das REPowerEU-Paket, das zusätzliche Mittel in Höhe von 200 Millionen Euro für die Wasserstoffforschung vorsieht, zielt auch darauf ab, die europäische Gasinfrastruktur für den Wasserstofftransport anzupassen.

Gleichzeitig sollen die Investitionen in Wasserstoff beschleunigt werden.

Laut EU-Kommissionsdokumenten sind bis 2030 über 750 Investitionen geplant, darunter Projekte zur Herstellung, zum Transport und zur Nutzung von Wasserstoff in der Industrie.

Auf Spanien beispielsweise entfiel im ersten Quartal 2022 ein Fünftel der weltweiten Projekte für grünen Wasserstoff – mehr als auf die Vereinigten Staaten.