Slowakei genehmigt "vorläufig" Lieferung von Luftabwehrsystem an Ukraine

Die Slowakei hat sich vorläufig bereit erklärt, der Ukraine ein wichtiges Luftabwehrsystem aus der Sowjet-Ära zu liefern. Es soll den ukrainischen Streitkräften zur Verteidigung gegen russische Luftangriffe dienen, wie CNN am Mittwoch (16. März) berichtete.

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S-300 missile system
Zwei weiteren Quellen, die mit den Verhandlungen vertraut sind, zufolge wird jedes Land, das S-300 liefert, wahrscheinlich das US-Luftabwehrraketensystem Patriot als Ersatz für die aufgegebenen Verteidigungssysteme erhalten. [Wikipedia]

Die Slowakei hat sich vorläufig bereit erklärt, der Ukraine ein wichtiges Luftabwehrsystem aus der Sowjet-Ära zu liefern. Es soll den ukrainischen Streitkräften zur Verteidigung gegen russische Luftangriffe dienen, so drei mit der Angelegenheit vertraute Quellen, wie CNN am Mittwoch (16. März) berichtete.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin wird nach dem Treffen der Verteidigungsminister der NATO-Mitglieder in Brüssel am Mittwoch die Slowakei und Bulgarien besuchen. Beide Länder verfügen über S-300 Boden-Luft-Raketensysteme, die in den 1970er Jahren in der Sowjetunion entwickelt wurden. Die Systeme sind für die Ukraine von großer Bedeutung, da ihre Soldat:innen wissen, wie man sie bedient.

Nach Angaben von zwei CNN-Quellen erwartet die Slowakei die Bestätigung, dass die Systeme sofort durch westliche Waffen ersetzt werden.

Zwei weiteren Quellen, die mit den Verhandlungen vertraut sind, zufolge wird jedes Land, das S-300 liefert, wahrscheinlich das US-Luftabwehrraketensystem Patriot als Ersatz für die aufgegebenen Verteidigungssysteme erhalten.

Deutschland und die Niederlande haben bereits öffentlich angekündigt, dass sie Patriots in die Slowakei schicken werden. Die Integration eines neuen, komplexen Luftverteidigungssystems in die bestehende Militärarchitektur eines Landes sowie die Ausbildung der Streitkräfte für den Einsatz dieses Systems kann jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen, warnte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle.

Ein Diplomat in der Region, der von CNN zitiert wurde, sagte, es sei „noch keine beschlossene Sache“, dass die Slowakei der Ukraine S-300 zur Verfügung stellen werde, merkte aber an, dass Deutschland jetzt Patriots einführe, die die slowakische Verteidigungsfähigkeit gewährleisten würden. Im Falle der slowakischen Truppen könne außerdem der Trainingsaufwand minimiert werden da diese in gemeinsamen Operationen bereits mit Patriots gearbeitet hätten, sagte der Diplomat.

Der Vorstoß, der Ukraine mehr S-300 zur Verfügung zu stellen, steht zur Diskussion, nachdem der US-Kongress die Biden-Administration gedrängt hat, der Ukraine bei der Beschaffung des Luftabwehrsystems unter die Arme zu greifen.

Abgeordnete beider Parteien, die am Mittwochmorgen eine Ansprache  des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Selenskyj anhörten, forderten die USA auf, mehr zu unternehmen, um der Ukraine bei der Beschaffung der von ihr angeforderten Ausrüstung zu helfen – insbesondere nachdem die US-Regierung letzte Woche einen Plan abgelehnt hatte, der Ukraine polnische MiG-29-Jets zu liefern.

Von der Slowakei aus wird Austin nach Bulgarien weiterreisen, wo er sich mit hochrangigen Vertreter:innenn der Zivilgesellschaft und des Militärs zu Gesprächen treffen wird.

Laut Medienberichten erwägen die USA, der Ukraine inmitten des Krieges mit Russland weitere Waffen zu liefern.

Berichten zufolge zögert Bulgarien, die Ukraine mit Waffen zu beliefern. Das Land, was von einer historisch tief verwurzelten pro-russischen Gesinnung geprägt ist, unterstützt ukrainische Flüchtlinge, von denen einige bulgarischer Herkunft sind.

Bulgarien hat sich jedoch bislang gegen Forderungen gewehrt, seine ohnehin schwache Armee mit Truppen und Rüstungsgütern aus anderen NATO-Ländern aufzustocken.