Slowakei-Wahl: Parteien befürworten neue Atomkraftwerke
Fast alle politischen Parteien, die nach den vorgezogenen Neuwahlen am 30. September eine Chance auf eine Regierungsbeteiligung in der Slowakei haben, wollen die Nutzung der Kernenergie im Land weiter ausbauen.
Fast alle politischen Parteien, die nach den vorgezogenen Neuwahlen am 30. September eine Chance auf eine Regierungsbeteiligung in der Slowakei haben, wollen die Nutzung der Kernenergie im Land weiter ausbauen.
Angesichts der bevorstehenden Wahlen in der Slowakei hat eine neue Befragung ergeben, dass acht von neun Parteien, deren Einzug ins Parlament wahrscheinlich ist, verstärkte Investitionen in die Atomkraft befürworten.
Die zweitplatzierte „Progressive Slowakei“ äußerte sich zurückhaltender, zeigte sich aber ebenfalls offen gegenüber privaten Investitionen in diesem Bereich.
„Wenn ein privater Investor zu dem Schluss kommt, dass er in die Kernenergie investieren will, kann er dies aus eigenen Mitteln tun, nachdem er angemessene Regulierungs- und Sicherheitskriterien erfüllt hat. Der Staat sollte selbst keine neuen Reaktoren finanzieren, sondern deren Bau angemessen regulieren“, sagte Ivan Štefunko, stellvertretender Vorsitzender von Progressive Slovakia, gegenüber Euractiv Slowakei.
Die Slowakei ist stark von Russland abhängig, da ihre Kernkraftwerke, die für etwa 60 Prozent der Stromerzeugung des Landes verantwortlich sind, ausschließlich russischen Kernbrennstoff verwenden.
Dies könnte sich jedoch allmählich ändern, da Bemühungen unternommen werden, die Abhängigkeit durch ein Abkommen mit dem US-Unternehmen Westinghouse zu verringern.
Trotz anhaltender Debatten in ganz Europa über die Umweltauswirkungen der Kernenergie unterstützt die Slowakei seit langem die von Frankreich geführte „Nuklearallianz.“
Die befragten politischen Parteien gaben nun an, dass sie nicht auf eine Änderung der slowakischen Position in dieser Frage hinarbeiten werden. Sie betonen das Engagement des Landes für die Kernenergie als Schlüsselkomponente seiner Energiestrategie.
Zudem wird sich der Anteil von Erdgas am Energiemix der Slowakei voraussichtlich nicht wesentlich ändern. Außer der Progressiven Slowakei plant keine der Parteien, die Abhängigkeit von russischen Lieferungen zu verringern.
Dies ist eine besondere Herausforderung für die Slowakei, da es die Energiewende komplex und zeitaufwändig macht. Das Land gehört zu den Ländern mit der größten Abhängigkeit von Gas in Europa.
Alle politischen Parteien sind sich jedoch einig, dass die Energiekosten reguliert werden müssen. In ihren Wahlprogrammen versprechen sie die Einführung von Preiskontrollen und den Schutz der Bürger vor finanziellen Notlagen im Zusammenhang mit der Energieversorgung, auch wenn die konkreten Ansätze zur Erreichung dieser Ziele unterschiedlich sind.