Slowakische Nationalgalerie: Hundert Mitarbeiter reichen Kündigung ein

Hundert Mitarbeiter der slowakischen Nationalgalerie reichten ihre Kündigung ein, mit der Begründung, unter der neuen Leitung nicht weiterarbeiten zu können. Die Leute wurde vor der rechtspopulistischen Kulturministerin ernannt.

EURACTIV.sk
Tired people waiting in front of Exit sign
Der Exodus folgt auf die Ernennung von Jaroslav Niňaj zum dritten Direktor der Galerie innerhalb von sechs Monaten, eine Entscheidung, die nach Ansicht der Mitarbeiter die Sicherheit wertvoller Kunstwerke gefährde. [[Getty Images]]

Mehr als hundert Mitarbeiter der slowakischen Nationalgalerie reichten ihre Kündigung ein, mit der Begründung, unter der neuen Leitung nicht weiterarbeiten zu können. Die Leute wurde vor der rechtspopulistischen Kulturministerin ernannt.

Rund 40 Prozent der Galeriebelegschaft, darunter Abteilungsleiter und Kuratoren, werden ihre Posten bis April räumen. Der Exodus folgt auf die Ernennung von Jaroslav Niňaj zum dritten Direktor der Galerie innerhalb von sechs Monaten, eine Entscheidung, die nach Ansicht der Mitarbeiter die Sicherheit wertvoller Kunstwerke gefährde.

„Wir sind nicht länger bereit, in einem Umfeld zu arbeiten, in dem Gesetze verletzt werden, in dem öffentliche Gelder fragwürdig verwaltet werden und in dem erfahrene Experten Opfer der gezielten Entscheidungen des Kulturministeriums werden“, sagte Klára Hudáková, eine der Personalvertreterinnen, auf einer Pressekonferenz am Montag.

Als Reaktion darauf erklärte das Kulturministerium, dass „auch im Falle personeller Veränderungen in der Galerie die Stabilität und der kontinuierliche Betrieb der Einrichtung gesichert sind und keine Gefahr eines Zusammenbruchs der SNG [Slowakische Nationalgalerie] besteht“.

Die Krise hat bereits internationale Auswirkungen.

Im Januar beendeten drei ausländische Museen ihre Zusammenarbeit mit der Nationalgalerie und begründeten dies mit Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Leihgaben. Tatra Banka, der größte private Geldgeber der Galerie und Teil der Raiffeisen Bankengruppe, beendete Anfang des Monats seine siebenjährige Partnerschaft.

Kulturministerin Martina Šimkovičová hat seit ihrem Amtsantritt weitreichende Veränderungen im Kultursektor vorangetrieben. Die Führungswechsel betrafen wichtige Institutionen des Landes wie das Nationaltheater, das Literaturzentrum und das Nationalmuseum sowie eine umstrittene Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

Infolgedessen wuchs die öffentliche Unzufriedenheit gegenüber der politischen Arbeit der Kulturministerin. Im vergangenen Jahr demonstrierten Tausende in Bratislava und forderten ihren Rücktritt, wobei rund 200.000 Personen eine entsprechende Petition unterschrieben.

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