Spanien: Mitte-Rechts-Lager führt in den Umfragen

Die spanische Mitte-Rechts-Partei Partido Popular (PP/EVP) würde wahrscheinlich gewinnen, wenn heute Parlamentswahlen abgehalten würden, während der jüngste Aufstieg der Linkspartei Sumar möglicherweise nicht ausreicht, um die Chancen aller progressiven Kräft für weitere vier Jahre zu sichern.

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General elections in Spain
Laut einer am Montag veröffentlichten Sigma Dos-Umfrage für El Mundo würde die PP die für Dezember angesetzten Parlamentswahlen mit 30,2 und 30,5 Prozent der Stimmen gewinnen, was 135 Sitze im Parlament bedeuten würde. [EPA-EFE/BIEL ALINO]

Die spanische Mitte-Rechts-Partei Partido Popular (PP/EVP) würde wahrscheinlich gewinnen, wenn heute Parlamentswahlen abgehalten würden. Auch der jüngste Aufstieg der Linkspartei Sumar reicht wohl nicht aus, um einen Machterhalt der linken Kräfte für weitere vier Jahre zu sichern.

Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage für El Mundo würde die PP die für Dezember angesetzten Parlamentswahlen mit 30,2 und 30,5 Prozent der Stimmen gewinnen, was 135 Sitze im Parlament bedeuten würde. Dies würde jedoch nicht für eine Alleinregierung ausreichen.

Zusammen mit den rund 40 Abgeordneten, die die rechtsextreme Partei VOX erhalten könnte (13,9 Prozent der Wählerstimmen), käme das rechte Lager der erforderlichen absoluten Mehrheit von 176 Abgeordneten (von insgesamt 350) sehr nahe.

Es könnte auch sein, dass nur genau ein Sitz zur Mehrheit fehlt, so die Umfrage des Instituts Sigma Dos, wie El Confidencial berichtet.

Spaltung der Linken, hoher politischer Tribut

Andererseits würde das jüngste Auftauchen der linken Bewegung Sumar in der spanischen Wahllandschaft nicht die Schlagkraft bieten, die die spanische Linke benötige, um die derzeitige Regierungskoalition zwischen PSOE und dem linken Flügel von Unidas Podemos (GUE-NGL) zu erneuern.

Die PSOE würde 91 Sitze erhalten, Sumar 35 und Unidas Podemos acht. Hätte man sich gemeinsame auf eine Kandidatur geeinigt, wären laut der Umfrage von Sigma Dos zwei Sitze mehr drin gewesen.

Ein ähnlicher Trend zeigt sich in einer Umfrage des NC Report, die am Montag von La Razón veröffentlicht wurde.

Der Umfrage zufolge würde die PP zwischen 142 und 144 Abgeordnete erhalten, wodurch sich mit den 41 bis 43 Abgeordneten der Vox die absolute Mehrheit erreichen ließe.

Auf der anderen Seite würde die PSOE zwischen 89 und 91 Abgeordnete erhalten, während Sumar zwischen 28 und 30 Sitze erhalten würde und Unidas Podemos auf drei bis fünf Sitze fallen würde.

Unterdessen bringt eine Umfrage für El País und den privaten Radiosender Cadena SER Premierminister Pedro Sánchez in der Wahlabsicht praktisch auf einen Gleichstand mit der PP, obwohl die Umfrage nicht berücksichtigt, welche Auswirkungen der Einfluss von Sumar im linken Lager haben wird.

Ein Bündnis mit den Rechtsextremen?

Laut El País würde die PSOE 27,4 Prozent der Stimmen erhalten, die PP 28 Prozent. Das ist fast ein Unentschieden, was sich aber nicht direkt in ein Unentschieden bei den Sitzen übersetzt, da die PP 122 Abgeordnete hätte, die PSOE dagegen 109.

VOX wäre mit 14,2 Prozent der Stimmen und 42 Sitzen die drittstärkste Kraft, gefolgt von Unidas Podemos mit 11,8 Prozent der Stimmen und 31 Abgeordneten, so die Vorhersage der „40db Barometer“ genannten Befragung.

Eine aktuelle Umfrage für ABC prognostiziert einen Sieg der PP mit 32,4 Prozent der Stimmen und zwischen 139 und 143 Sitzen. Dieses Ergebnis würde es der Mitte-Rechts-Formation ermöglichen, mit VOX zu regieren, vorausgesetzt, die rechtsextreme Partei erhält mindestens 14,9 Prozent der Stimmen und zwischen 43 und 45 Abgeordnete.

Am 28. Mai finden in Spanien Kommunalwahlen statt. Viele glauben, dass dies der erste Härtetest für die Regierungskoalition von Premierminister Pedro Sanchez mit Unidas Podemos sein wird, eine Beziehung, die derzeit unter Druck steht.

Die Parlamentswahlen werden im Dezember stattfinden, wenn sich das Land im letzten Monat seiner EU-Ratspräsidentschaft befindet, die am 1. Juli beginnt.