Spanien will Vorreiter im Bereich der nachhaltigen Mobilität werden

Spanische Politiker:innen hoffen, dass der bevorstehende Kongress zur Zukunft des Verkehrs dazu beitragen wird, das Land als globalen Vorreiter im Bereich der nachhaltigen Mobilität zu etablieren.

EURACTIV.com
IFEMA
Die Organisatore:innen der Konferenz sind davon überzeugt, dass Madrid als Standort für die hochkarätige Konferenzreihe dazu beitragen wird, Spanien als weltweites Zentrum für sauberen Verkehr zu etablieren. [IFEMA Madrid]

Spanische Politiker:innen hoffen, dass der bevorstehende Kongress zur Zukunft des Verkehrs dazu beitragen wird, das Land als globalen Vorreiter im Bereich der nachhaltigen Mobilität zu etablieren.

Die erste Ausgabe des Global Mobility Call, die vom 14. bis 16. Juni in Madrid stattfindet, wird rund 7000 Teilnehmer:innen zusammenbringen, um zu erörtern, wie die Konnektivität verbessert und gleichzeitig Emissionen reduziert werden können.

Der Verkehrssektor hat sich als einer der am schwierigsten zu dekarbonisierenden Sektoren erwiesen, in dem in den letzten Jahrzehnten nur bescheidene Emissionssenkungen erreicht wurden.

Zu den Rednern der Veranstaltung gehören der spanische Premierminister Pedro Sanchez, die EU-Verkehrskommissarin Adina Vălean und Carlo Ratti, der Direktor des Senseable City Lab des Massachusetts Institute of Technology.

Raquel Sánchez Jiménez, die spanische Verkehrsministerin, sagte, die Veranstaltung werde „Spanien als Vorreiterland für nachhaltige Mobilität positionieren, als Referenzpunkt, der Investitionen und technologische Innovationen anziehen wird.“

„Wir im Ministerium glauben, dass es wichtig ist, Ideen, Erfahrungen und Engagement für eine nachhaltige Mobilität auszutauschen, die es uns ermöglicht, die enorme Herausforderung des Klimawandels zu bewältigen“, sagte sie auf einer Pressekonferenz.

Die Ministerin appellierte an die Wirtschaft, ihr Wissen und ihre Technologie in den Dienst der Bewältigung der Klimakrise zu stellen.

José Vicente de los Mozos, Präsident des Veranstalters IFEMA Madrid und ehemaliger Leiter von Renault in Spanien, sagte, der Kongress werde Spaniens Ansehen im Verkehrssektor auf internationaler Ebene stärken.

„Dieser Kongress wird einen bedeutenden Einfluss auf die [Verkehrs-]Industrie haben und Wohlstand und Beschäftigung schaffen. Den Prognosen für diesen Sektor zufolge wird er allein in Spanien Investitionen in Höhe von 54 Milliarden Euro anziehen und Arbeitsplätze schaffen, die über 1 Million Menschen beschäftigen könnten“, sagte er.

Der Global Mobility Call wird von der spanischen Regierung und der Stadt Madrid sowie der Agentur für grüne Verkehrsinvestitionen Smobhub finanziert.

Die Veranstaltung bezeichnet sich selbst als die erste Plattform, die alle Bereiche der Verkehrsbranche zusammenbringt, vom internationalen Reiseverkehr bis zur städtischen Mobilität. Laut David Moneo, dem Direktor des Global Mobility Call, liegt der Fokus auf der Entwicklung öffentlich-privater Partnerschaften.

„Wir wollen ein wirksames Instrument sein, das diese Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen, die nachhaltige Mobilitätsprojekte entwickeln, und den staatlichen Stellen, die über die Ressourcen und die Investitionskapazität für die Planung und Umsetzung dieser Projekte verfügen, zusammenführt“, sagte er.

Die Veranstaltung ist in eine Reihe von Themen unterteilt, die unter anderem wirtschaftliche Entwicklung und Regulierung, Stadtplanung sowie Informationstechnologie und Innovation umfassen.

„Made in Spain“

Spanien hat einen guten Ruf als Drehscheibe für Mobilität in Europa und verfügt nach Deutschland über den zweitgrößten Automobilproduktionssektor des Kontinents. Die Automobilindustrie macht etwa 10 Prozent der Wirtschaft des Landes aus und beschäftigt rund 570.000 Menschen.

Das Land hat in den letzten Jahren Schritte unternommen, um seine Produktion auf Elektrofahrzeuge auszurichten, und einen erheblichen Teil der EU-Pandemie-Hilfsgelder in die Förderung von Batteriewerken und Elektroauto-Projekten gesteckt.

„Wir haben ein klares Ziel. Wir wollen, dass Spanien auch in den Jahren 2030, 2040 und 2050 der zweitgrößte Automobilhersteller in der EU bleibt, unabhängig von der jeweiligen Technologie“, sagte Raul Blanco, Junior-Industrieminister Spaniens, im Jahr 2021.

Allerdings geriet das Land im März dieses Jahres in die Schlagzeilen, als es zu Massenprotesten gegen die sprunghaft gestiegenen Kraftstoffpreise kam, in Folge derer Straßen und Häfen blockiert wurden.

Angeführt wurden die Proteste von Lastwagenfahrern, deren Streik gegen die steigenden Kraftstoffpreise den Verkehr zum Erliegen brachte.

Als Reaktion darauf bot die spanische Regierung eine Ermäßigung der Kraftstoffsteuern und direkte Zuschüsse für Lkw-Fahrer an, was zur Beilegung der Proteste beitrug.

[Bearbeitet von Frédéric Simon]