Spanischer Agrarminister fordert europäische Autonomie bei Düngemittelproduktion

Wegen ihrer zentralen Bedeutung für große Teile der Agrarwirtschaft hat Spaniens Agrarminister Luis Planas den Schutz der Düngemittelindustrie gefordert. Ziel dabei müsse es sein, die Selbstversorgung der EU in diesem Bereich zu gewährleisten.

EFE Agro
European Agriculture and fisheries ministers council
Planas sprach von einer "ausreichenden Produktion zu einem vernünftigen Preis, denn auf Flächen, auf denen sich die Produktion als schwierig erweist, sind Düngemittel unverzichtbar." [EPA-EFE/OLIVIER HOSLET]

Wegen ihrer zentralen Bedeutung für große Teile der Agrarwirtschaft hat Spaniens Agrarminister Luis Planas den Schutz der Düngemittelindustrie gefordert. Ziel dabei müsse es sein, die Selbstversorgung der EU in diesem Bereich zu gewährleisten.

„Düngemittel sind von grundlegender Bedeutung für die Landwirtschaft und Viehzucht. Wir brauchen eine europäische Autonomie und unsere eigenen Produktionskapazitäten“, sagte der Minister bei seiner Ankunft auf dem informellen Agrarrat in Prag.

Planas sprach von der Notwendigkeit einer „ausreichenden Produktion zu einem vernünftigen Preis, denn auf Flächen, auf denen sich die Produktion als schwierig erweist, sind Düngemittel unverzichtbar.“

Der spanische Minister und sein französischer Amtskollege Marc Fesneau hatten kürzlich in Madrid eine „mögliche europäische Initiative“ zur Förderung der heimischen Düngemittelproduktion diskutiert.

Diese Initiative sei nach Ansicht von Planas genauso wichtig wie die europäische Halbleiterproduktion dafür, nicht von Asien oder den USA abhängig zu sein.

Besonders während der Corona-Pandemie war die europäische Automobilindustrie durch den Mangel an Halbleitern unter Druck geraten.

Planas verteidigte den Einsatz von Düngemitteln, ein Produktionsfaktor, der durch die Energiekrise teurer geworden ist und daher unterstützt werden müsse.

„Die Herstellung von Stickstoffdünger ist eng mit dem Einsatz von Gas verbunden“, sagte er. Der Gaspreisanstieg habe dazu geführt, dass „viele Anlagen zur Herstellung von Ammoniak, einem der wichtigsten Bestandteile“ von Düngemitteln, stillstehen, so Planas abschließend.

Die Verfügbarkeit von Düngemitteln in der EU hatte sich zuletzt wegen der ausfallenden Importe aus Russland und Belarus sowie wegen der steigenden Gaspreise verschlechtert, die die heimische Produktion des gasintensiven Mineraldüngers wenig lohnenswert werden ließen.

Die EU-Kommission hat angesichts der Verknappung eine Aussetzung der Importzölle auf bestimmte Mineraldünger vorgeschlagen. Während Landwirt:innen fordern, der Vorschlag müsse ausgeweitet und mehr Düngemittel einbezogen werden, warnte die europäische Düngemittelindustrie, der Schritt würde die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Hersteller weiter untergraben.