Spanischer Wahlkampf: Schlagabtausch in erster TV-Debatte
Spaniens amtierender sozialdemokratischer Ministerpräsident Pedro Sánchez und der konservative Parteivorsitzende Alberto Núñez Feijóo lieferten sich am Montagabend in einem TV-Duell einen harten Schlagabtausch.
Spaniens amtierender sozialdemokratischer Ministerpräsident Pedro Sánchez und der konservative Parteivorsitzende Alberto Núñez Feijóo lieferten sich am Montagabend in einem TV-Duell einen harten Schlagabtausch.
Für den 23. Juli sind in Spanien Parlamentswahlen angesetzt.
Zu den Streitpunkten zwischen den beiden Kandidaten gehörten insbesondere Wirtschaftsfragen, Frauenrechte und die Tatsache, dass die konservative Partido Popular, der Núñez Feijóo vorsteht, mit der rechtsextremen Vox-Partei (ECR) koalieren könnte.
Angesichts der wirtschaftlichen Aussichten, die der PP-Vorsitzende als „katastrophal“ bezeichnete, erinnerte Sánchez daran, dass die Beschäftigung in Spanien in den letzten Jahren „wie nie zuvor“ auf fast 21 Millionen Beschäftigte gestiegen sei.
Gleichzeitig, so Sánchez, sei die Inflation unter zwei Prozent gefallen. Spanien kontrolliere die Inflation „wie keine andere europäische Wirtschaft“, betonte der sozialdemokratische Vorsitzende.
Der PP-Vorsitzende griff Sánchez wegen des jüngsten Anstiegs der Lebensmittelpreise um 30 Prozent, der „immer teureren“ Hypotheken, Steuererhöhungen sowie der Tatsache an, dass Spanien zu den letzten europäischen Ländern gehöre, die ihr BIP wieder auf das Niveau vor der Pandemie zurückgebracht hätten.
Koalition mit Rechtspopulisten?
Eine weitere Kontroverse in der hitzigen Debatte, welche die einzige zwischen den beiden Spitzenpolitikern vor den Wahlen war, betraf die jüngsten Pakte der PP mit Vox auf regionaler und kommunaler Ebene und die sexistische Ausrichtung der rechtsextremen Partei.
Sánchez warf dem PP-Kandidaten vor, „wissentlich“ einen Pakt mit einer „sexistischen“ Partei geschlossen zu haben.
Im Gegenzug kritisierte Núñez Feijóo, dass Sánchez mehrere Gesetze mit der Unterstützung der Separatistenpartei EH Bildu durchs Parlament gebracht habe, die er als „politischen Arm“ der ETA bezeichnete – jener Terrorgruppe, die in der Vergangenheit gewaltsam die Unabhängigkeit des Baskenlandes erreichen wollte.