Steuerbelastung in Industrieländern sinkt [DE]
Laut einer OECD-Studie sinken die durchschnittlichen Steuersätze in Europa. Indes liegen sie noch immer über dem Durchschnitt der OEDC-Länder. Zwischen den Ländern bestehen nach wie vor große steuerpolitische Unterschiede.
Laut einer OECD-Studie sinken die durchschnittlichen Steuersätze in Europa. Indes liegen sie noch immer über dem Durchschnitt der OEDC-Länder. Zwischen den Ländern bestehen nach wie vor große steuerpolitische Unterschiede.
Die diesjährige OECD-Studie zeigt, dass die Steuerbelastung insgesamt in Industrieländern – sowohl auf Unternehmen als auch auf die Bürger – nicht mehr wächst.
Zwischen den Ländern der OECD bestehen große steuerpolitische Unterschiede. Während Dänemark 60% der staatlichen Einnahmen aus Steuern bezieht, machen die Steuergelder in Frankreich nur 25% der öffentlichen Einnahmen aus. Diese Unterschiede spiegeln die unterschiedliche Gewichtung verschiedener wirtschafts- und sozialpolitischer Grundsätze wider, die sich in den konkreten steuerpolitischen Entscheidungen der einzelnen Länder niederschlagen.
Der Anteil der Körperschaftsteuern an den Staatseinkünften ist in den letzten zehn Jahren angestiegen, allerdings mit bedeutenden Unterschieden in den verschiedenen Ländern. In Luxemburg macht die Körperschaftsteuer beispielsweise 19% der öffentlichen Einnahmen aus, während es in Deutschland lediglich 4% sind. Die Körperschaftsteuern sind im OECD-Durchschnitt von 33,6% im Jahr 2000 auf 29,8% im Jahr 2004 gesunken. Die Einkommenssteuer sank von 47.1% auf 44%.
Insgesamt haben die Sozialversicherungsbeiträge nun die Einkommenssteuer als größte Einnahmequelle der Länder eingeholt.
Nach einer bedeutenden Erhöhung des Anteils von Steuereinnahmen im Verhältnis zum BIP (misst das Maß des staatlichen Eingreifens in die Volkswirtschaften) Ende der 1990er Jahre und einem Höchstwert im Jahr 2000, ist die Quote nun durchschnittlich auf 36,4% in den OECD-Ländern und auf 38,9% in Europa gesunken.
Laut der OECD-Studie bieten Länder mit einem hohen Anteil der Steuereinkünfte im Verhältnis zum BIP eine größere Bandbreite an Dienstleistungen an.
In der Europäischen Union ist das Verhältnis Steuern/BIP in Irland, der Slowakei und Polen am niedrigsten und in Schweden, Dänemark und Belgien am höchsten.
Die nordischen Länder führen die Liste der am meisten versteuerten Volkswirtschaften in der OECD an. Spitzenreiter ist Schweden, wo Steuereinkünfte 50,7% des BIP ausmachen. Allerdings geht aus dem jüngsten Bericht des Weltwirtschaftsforums hervor, dass hohe Steuern die Wettbewerbsfähigkeit der nordischen Ländern nicht beeinträchtigen. Sie gehören auch weiterhin zu den wettbewerbsfähigsten Ländern der Welt (siehe EURACTIV 28. September 2005 und auch EURACTIV 12. Mai 2005).
Während die durchschnittlichen Steuersätze in Europa zu sinken scheinen, sind sie noch immer wesentlich höher als in den 1970er Jahren. Im Vergleich zum Jahr 1975 haben lediglich Deutschland und die Niederlande den Anteil der Steuern am BIP reduziert, während er in allen anderen Ländern gewachsen ist.