Studie zu künftigen Leistungsanforderungen an Europäer [DE]

Europäische Arbeitnehmer werden sich in den kommenden Jahren fortbilden müssen, da technologische und organisatorische Veränderungen die Nachfrage nach immer mehr Qualifikationen wachsen lassen werden, selbst im Bereich der elementarsten Arbeitsplätze.

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Europäische Arbeitnehmer werden sich in den kommenden Jahren fortbilden müssen, da technologische und organisatorische Veränderungen die Nachfrage nach immer mehr Qualifikationen wachsen lassen werden, selbst im Bereich der elementarsten Arbeitsplätze.

Eine Prognose des Europäischen Zentrums für die Förderung der Berufsbildung (Cedefop) geht davon aus, dass die Nachfrage nach Qualifikationen unter anderem von dem stetig wachsenden Dienstleistungssektor herbeigeführt wird. Es wird erwartet, dass letzterer bis 2015 mehr als 13 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen werde.

Weiter nimmt die Prognose an, dass in Primärsektoren wie dem Landwirtschaftssektor mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze, sowie weitere 500 000 Stellen in der Herstellungsindustrie verschwinden würden.

Laut der Studie ereigne sich das „eigentliche Wachstum (…) im Dienstleistungssektor“. Verkehr, Vertrieb und Tourismus würden vermutlich 3,5 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, „während verschiedene Dienstleistungsbereiche mittelfristig die besten Beschäftigungsaussichten bieten: Bis 2015 werden dort 9 Millionen neue Arbeitsplätze entstehen“. Weitere drei Millionen Stellen würden in den Sektoren Bildung, Gesundheit und Soziales geschaffen.

Bei der Prognose handelt es sich um eine Hochrechnung, die auf den aktuellen Entwicklungen basiert. Laut Bildungskommissar Ján Figel’ vermittle die Studie „eine klarere Vorstellung davon (…), welche Qualifikationsdefizite vermutlich in den folgenden Jahren auftreten werden“. Sie ermögliche Menschen aller Altersgruppen, ihren Fortbildungsbedarf für den zukünftigen Arbeitsmarkt zu bewerten. Die Kommission hat gemeinsam mit Cedefop, versucht, den künftigen, aufkommenden Qualifikationsbedarf zu ermitteln, um, so Kommissionssprecher John MacDonald, in der Zukunft eine ungünstige Verteilung von Fähigkeiten zu verhindern.

Laut  Aviana Bulgarelli, Direktorin von Cedefop, zeige die Studie die Branchen auf, in denen die Beschäftigungszahlen steigen und fallen würden. Die Ergebnisse seien daher von großer Bedeutung für Politiker, um zu entscheiden, worauf sie sich mittelfristig konzentrieren sollten. Insbesondere sei die Tatsache, dass Menschen, die in traditionellen Produktions- und Landwirtschaftsgebieten lebten, für eine Beschäftigung in einem anderen Sektor fortgebildet werden müssten,  eine Herausforderung, fügte Manfred Tessaring von Cedefop hinzu.

Zu dem erhöhten Qualifikationsbedarf im Dienstleistungssektor zeigten die Ergebnisse der Studie, dass „die Nachfrage nach hohen Qualifikationen (…) ihren Höhepunkt noch nicht erreicht“ habe. Bereits etwa 38% der Europäer – 80 von 210 Millionen – arbeiten in hoch qualifizierten, nicht-körperlichen Beschäftigungen; es wird erwartet, dass dieses Verhältnis weiter ansteigt. Demgegenüber geht man davon aus, dass Arbeitsplätze für Beschäftigte mit geringen Qualifikationen um 8,5 Millionen abnehmen werden.

Änderungen der Qualifikationsanforderungen werden sich laut Kommission „sehr deutlich auf die Beschäftigungslage“ auswirken. Eine geringere Größe der Arbeitnehmerschaft deute darauf hin, dass Beschäftigte in allen Berufsfeldern ersetzt werden müssen. Dabei benötigten die neuen Arbeitskräfte bessere Qualifikationen, um den gleichen Job auszuüben.

Die vollständigen Ergebnisse der Studie werden während der Cedefop-Konferenz über „Skills for Europe’s future” (deutsch: Qualifikationen für die Zukunft Europas) Ende dieser Woche vorgestellt werden. Der Europäische Wirtschaftsgipfel (EBS 2008) wird sich am 22. Februar 2008 ebenfalls mit einem Workshop dem Thema Bildung widmen, um die Zusammenhänge zwischen Europas Talentwerkstätten und Innovationen zu diskutieren.