Syrien-Flüchtlinge: EU-Kommission gegen überstürzte Abschiebedebatte

Nach dem Umsturz in Syrien hat sich die EU-Kommission gegen eine überstürzte Abschiebedebatte ausgesprochen. EU-Innenkommissar Magnus Brunner plädierte am Donnerstag (12. Dezember) wegen der unsicheren Lage in Syrien dafür, zunächst freiwillige Rückkehrer zu unterstützen.

EURACTIV mit AFP
BRUSSELS, BELGIUM – DECEMBER 12 : EU Commissioner for Internal Affairs and Migration Magnus Brunner is talking to media prior the start of an EU Home Affairs Ministers meeting in the Europa, the EU Council headquarter on December 12, 2024 in Brussels, Belgium. The presidency has put the adoption of the Council decision setting the date for the lifting of checks on persons at the internal land border with and between Bulgaria and Romania on the agenda of the meeting of ministers. Both countries already fully apply Schengen rules from 31 March 2024. The Commission and eu-LISA (an EU agency in charge of the management of IT systems in the area of security and justice) will brief ministers on the way forward on the start of operations of the Entry Exit System (EES). The Commission will give an update on the implementation of the pact on migration and asylum, a set of EU laws which was adopted in May. (Photo by Thierry Monasse/Getty Images)
EU-Innenkommissar Magnus Brunner (Bild) plädierte am Donnerstag (12. Dezember) wegen der unsicheren Lage in Syrien dafür, zunächst freiwillige Rückkehrer zu unterstützen. [Photo by Thierry Monasse/Getty Images]

Nach dem Umsturz in Syrien hat sich die EU-Kommission gegen eine überstürzte Abschiebedebatte ausgesprochen. EU-Innenkommissar Magnus Brunner plädierte am Donnerstag (12. Dezember) wegen der unsicheren Lage in Syrien dafür, zunächst freiwillige Rückkehrer zu unterstützen.

Nach dem Umsturz in Syrien hatten eine Reihe europäischer Länder ihre Asylverfahren für syrische Staatsbürger vorerst ausgesetzt.

In Deutschland und Österreich wird seit dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad und der Machtübernahme der Islamisten intensiv über den Umgang mit Geflüchteten aus dem Land diskutiert.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach sich in Brüssel für ein abgestimmtes Vorgehen auf europäischer Ebene bei Rückführungsprogrammen und Abschiebeanfragen an Syrien aus. „Es wäre sehr zielführend, das gemeinsam zu organisieren“, betonte sie. Die SPD-Politikerin bekräftigte zugleich ihr Angebot an dringend benötigte Pflegekräfte oder Ärzte aus Syrien, in Deutschland zu bleiben. Diese Menschen seien „willkommen, solange sie die Gesetze achten und bei uns arbeiten“, betonte Faeser.

Österreich verteidigte bei dem Innenministertreffen in Brüssel zugleich die Vorbereitung einer eigenen Abschiebe-Liste. Es gehe nicht um „Massendeportationen“, sagte Innenminister Gerhard Karner zu Forderungen von Rechtspopulisten.

Österreichs Innenminister Karner verteidigte in Brüssel die geplanten Abschiebe-Listen gegen Kritik. „Wir reden jetzt nicht von Massendeportationen, wie das manche sich wünschen“, betonte der konservative Politiker der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) zu Forderungen aus der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) oder auch aus der deutschen AfD.

Karner betonte, es gehe der Regierung in Wien vielmehr um notwendige Abschiebungen. Betroffen seien „jene, die kriminell geworden sind, jene, die sich nicht an europäische, österreichische Werte anpassen wollen und jene, die nicht arbeiten wollen und nur von der Sozialhilfe leben“. Er zeigte sich überzeugt, „dass viele europäische Länder diesem Beispiel folgen“.

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]