Tesla Brandenburg: USA schlagen EU im Subventionswettlauf
Inmitten wachsender Bedenken über einen Subventionswettlauf zwischen den USA und Europa hat Tesla angekündigt, seine Investitionen in Deutschland aufgrund höherer Subventionen in den USA zurückzufahren.
Inmitten wachsender Bedenken über einen Subventionswettlauf zwischen den USA und Europa hat Tesla angekündigt, seine Investitionen in Deutschland aufgrund höherer Subventionen in den USA zurückzufahren.
2019 hatte Tesla angekündigt, einen seiner wichtigsten Produktionsstandorte in Grünheide in Deutschland zu errichten, einschließlich einer riesigen Batteriefabrik.
Während die Tore der ersten Gigafactory in Europa bereits 2022 geöffnet werden, überdenkt das Unternehmen nun einen Teil seiner zukünftigen Investition und kündigte an, sich in Richtung USA umzuorientieren.
Die USA locken die Unternehmen mit ihrem milliardenschweren Inflation Reduction Act (IRA), der großzügige Subventionen und Steuererleichterungen für die grüne Industrie bietet.
„Die Steuererleichterungen des IRA haben unsere ursprünglichen Pläne dahingehend beeinflusst, dass der Fokus der [Batterie-]Zellfertigung auf den Fertigungsstätten in den USA liegt“, sagte das Unternehmen gegenüber der FAZ.
Ursprünglich hatte Tesla angekündigt, in Deutschland den weltweit bedeutendsten Standort für die Batterieproduktion zu schaffen.
Die Neuausrichtung der USA kommt für die Bundesregierung zu einem ungünstigen Zeitpunkt.
Erst am Dienstag (21. Februar) hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck angekündigt, Deutschland wolle die „Produktionskapazitäten für erneuerbare Energien und Stromnetze in Deutschland und Europa“ stärken.
Auch die Europäische Kommission legte ähnliche Pläne vor. Anfang Februar kündigte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Antwort der EU auf die IRA an: den Green Deal Industrial Plan.
„Wir wissen, dass sich in den nächsten Jahren entscheiden wird, wie die Netto-Null-Wirtschaft aussehen wird und wo sie angesiedelt sein wird, und wir wollen ein wichtiger Teil dieser Netto-Null-Industrie sein, die wir weltweit brauchen“, sagte von der Leyen damals.
Es ist jedoch noch unklar, wie diese europäische Antwort finanziert werden soll. Während die IRA rund 500 Milliarden Dollar zur Unterstützung der grünen Industrie vorsieht, bleibt abzuwarten, ob die europäische Antwort aus zusätzlichen Mitteln bestehen wird oder nur bestehende Gelder umwidmet.
Eine hochrangige Quelle aus dem europäischen Aluminiumsektor warnte kürzlich vor der Gefahr einer Verlagerung von europäischen Unternehmen in die USA, wenn nicht unverzüglich Maßnahmen ergriffen werden.
„Viele europäische Länder haben bereits angekündigt, dass sie ihre geplanten Investitionen aus Europa in die USA verlagern wollen. Auch Unternehmen aus anderen Regionen werden angelockt: Letzten Monat kündigte der koreanische Hersteller von Solarzellen Hanwha Q Cells an, dass er 2,32 Milliarden Euro für eine neue Produktionsstätte in Georgia, USA, ausgeben werde“, so die Quelle.
„Wir haben unsere Photovoltaikhersteller an China verloren, das inzwischen über 80 Prozent aller wichtigen Stufen des Herstellungsprozess von PV-Anlagen kontrolliert. Alle europäischen Windturbinenhersteller verlieren Geld“, sagte die Quelle. Sie fügte hinzu, dass die Situation bei den Rohstoffen noch schlimmer sei.
„Die IRA sollte ein Weckruf für Europa sein. Anstatt uns über das amerikanische Vorgehen zu beschweren, sollten wir sehen, was wir davon lernen können. Und anstatt unsere eigenen Industrien zu bestrafen, sollten wir sehen, wie wir ihnen helfen können, die Dekarbonisierung voranzutreiben“, so die Quelle abschließend.