Österreich: FPÖ steht vor raschem Comeback
Österreichs skandalumwitterte rechtsextreme Partei FPÖ, wird bei den beiden bevorstehenden Landtagswahlen voraussichtlich große Zugewinne erzielen und damit ihr schnellstmögliches Comeback als ernsthafter Anwärter auf die Regierungsverantwortung festigen.
Alle Augen richten sich nun auf die nächsten beiden Landtagswahlen, insbesondere nachdem die FPÖ bei den Landtagswahlen in Niederösterreich, dem Kernland der ÖVP, am 29. Januar mit 24,2 Prozent den zweiten Platz erreichte – ein historischer Erfolg für die Partei.
Die nächsten Landtagswahlen finden am 5. März im historischen rechtsextremen Kärnten statt, wo der verstorbene „heilige“ Parteigründer Jörg Haider und Kickl herkommen.
Obwohl die sozialdemokratische SPÖ in der letzten Kärntner Meinungsumfrage vom August mit 20 Prozent in Führung lag, haben die jüngsten Trends und die herben Verluste der SPÖ in Niederösterreich Beobachter zu der Annahme veranlasst, dass das Rennen viel enger sein könnte.
„Österreich ruft nach einem Wechsel an der Spitze“, betonte der Spitzenkandidat der Partei, Erwin Angerer, am 3. Februar.
Im April finden dann Landtagswahlen in Salzburg statt, bei denen die FPÖ laut einer Umfrage vom Dezember auf Platz drei liegt, je nach Ergebnis der regierenden Mitte-Rechts-ÖVP aber auch auf Platz zwei oder eins landen könnte. Selbst die Salzburger SPÖ hat signalisiert, dass sie bereit wäre, an der Seite der FPÖ zu regieren und eine zweite und dritte Regierung zu bilden.
Damit hat sich die FPÖ nach der Ibiza-Affäre von 2019, die damals zur Auflösung der schwarz-blauen Regierung führte, wieder relativ schnell konsolidiert. Die FPÖ liegt in den Umfragen komfortabel an erster Stelle und erlebt damit ein schnelleres Comeback als in der Vergangenheit. Als die FPÖ 2002 das letzte Mal nach mehreren Skandalen die Regierung verlassen musste, dauerte ihr Comeback 15 Jahre.