Trotz Ausstiegsplänen: Tschechische Kohleproduktion steigt 2022

Das Ziel der Tschechischen Republik, bis 2033 aus der Kohleverstromung auszusteigen, scheint außer Reichweite zu sein. Durch den Krieg Russlands in der Ukraine ausgelösten Energiekrise ist die Kohleproduktion des Landes im vergangenen Jahr gestiegen.

EURACTIV.cz
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Tschechien produzierte 2022 35,2 Millionen Tonnen Stein- und Braunkohle - ein Anstieg um ein Zehntel gegenüber 2021 [Shutterstock/Jaromir Chalabala]

Das Ziel der Tschechischen Republik, bis 2033 aus der Kohleverstromung auszusteigen, scheint außer Reichweite zu sein. Durch den Krieg Russlands in der Ukraine ausgelösten Energiekrise ist die Kohleproduktion des Landes im vergangenen Jahr gestiegen.

Tschechien produzierte 2022 35,2 Millionen Tonnen Stein- und Braunkohle – ein Anstieg um ein Zehntel gegenüber 2021. Nach Analysen von Europe in Data ist der Anstieg der Kohleproduktion vor allem auf die Energiekrise und die Erholung der Industrie von der COVID-19-Pandemie zurückzuführen.

Anfang 2022, nach dem Beginn des Ukrainekriegs, kamen Bedenken hinsichtlich der Versorgung mit Erdgas aus Russland hinzu.

„COVID führte zu einem dramatischen Rückgang der Nachfrage. Darauf folgte jedoch das wirtschaftliche Erwachen Asiens in Verbindung mit der Energiekrise und der Gasverknappung. Dies führte zu einem beispiellosen Anstieg der Braunkohleförderung in der Tschechischen Republik“, sagte Václav Matys, Geschäftsführer des tschechischen Kohlekraftwerks Chvaletice.

Die Sprecherin des tschechischen Bergbauunternehmens Sokolovská uhelná, Jana Pavlíková, bestätigte, dass das Unternehmen Maßnahmen ergriffen hat, „um den Trend der schrittweisen Verringerung des Fördervolumens zu ändern“ und „zum technologischen Maximum des möglichen Fördervolumens zurückzukehren.“

Allerdings ist die Kohleförderung in diesem Jahr erneut rückläufig und wird wahrscheinlich wieder unter das Niveau von 2021 fallen.

Zu den drei Spitzenreitern im europäischen Bergbau von Kohle gehören Deutschland, Polen und Bulgarien mit 133 Millionen Tonnen, 108 Millionen Tonnen beziehungsweise 36 Millionen Tonnen geförderter Kohle im vergangenen Jahr. Die Tschechische Republik liegt mit 35 Millionen Tonnen an vierter Stelle.

Dem tschechischen Regierungsprogramm zufolge plant das Land, seine Kohlekraftwerke bis 2033 abzuschalten. Allerdings hält sich die Regierung vor, dass der vollständige Ausstieg „unter der Bedingung der Sicherstellung ausreichender Reservekapazitäten“ erfolgen würde.

[Bearbeitet von Kjeld Neubert]