Trotz Sanktionen: Russischer Geistlicher in Bulgarien

Trotz ukrainischer Sanktionen durfte der russisch-orthodoxe Priester und mutmaßliche Ex-KGB-Generaloberst Nikolai Balaschow nach Bulgarien einreisen. Der bulgarishe Patriarch persönlich hatte auf seine Einladung bestanden.

EURACTIV.bg
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Der Fall verdeutlicht die Annäherung zwischen der bulgarisch-orthodoxen und der russisch-orthodoxen Kirche nach der Wahl des neuen bulgarischen Patriarchen Daniil im Juni des letzten Jahres. [Hristo Vladev/NurPhoto via Getty Images]

Trotz ukrainischer Sanktionen durfte der russisch-orthodoxe Priester und mutmaßliche Ex-KGB-Generaloberst Nikolai Balaschow nach Bulgarien einreisen. Der bulgarische Patriarch persönlich hatte auf seine Einladung bestanden.

Sofia – Diese Geschichte entfaltet sich Monate nach der Reise des russischen Geistlichen Nikolai Balaschow nach Bulgarien. Der stellvertretende Leiter der Auslandsabteilung des Moskauer Patriarchats steht wegen seiner Beteiligung an der russischen Aggression gegen die Ukraine auf Kyjiws schwarzer Liste.

Der Geistliche sei mit einem von Italien ausgestellten Schengen-Visum mit mehrfacher Einreise nach Bulgarien eingereist. Das Visum sei bis zum 3. April dieses Jahres gültig, sagte der bulgarische Innenminister Daniel Mitow auf eine Anfrage des Abgeordneten Iwajlo Mirtschew von der oppositionellen pro-europäischen Koalition Demokratisches Bulgarien.

„Nikolai Balaschow ist ein ehemaliger Generaloberst des KGB. Er wird als eine der düstersten Figuren der Russisch-Orthodoxen Kirche beschrieben, die eine bedeutende Rolle bei der Eskalation des Konflikts im Donbass spielte – durch die Kontrolle des Kremls über die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche“, sagte Mirtschew.

Balaschow war Teil einer russischen Kirchendelegation, die für das 100-jährige Jubiläum der Alexander-Newski-Kathedrale – der größten bulgarisch-orthodoxen Kathedrale – im November nach Bulgarien gereist war.

Der sanktionierte Russe hielt sich etwa acht Stunden in Bulgarien auf, bevor er nach Istanbul weiterflog. Balaschow reiste zusammen mit dem Leiter der Auslandsabteilung des Moskauer Patriarchats, Metropolit Antonij, nach Bulgarien.

Um Balaschow die Einreise nach Bulgarien zu ermöglichen, sandte der Generalsekretär des Heiligen Synods, Gerasim, einen Brief an das Innenministerium. In diesem bestand er darauf, dass Balaschow nach Bulgarien einreisen könne, da er persönlich vom bulgarischen Patriarchen Daniil eingeladen worden sei.

Annäherung der bulgarisch-orthodoxen und russisch-orthodoxen Kirche

Der Fall verdeutlicht die Annäherung zwischen der bulgarisch-orthodoxen und der russisch-orthodoxen Kirche nach der Wahl des neuen bulgarischen Patriarchen Daniil im Juni letzten Jahres.

Am Donnerstag traf sich Daniil außerdem mit der russischen Botschafterin in Sofia, Eleonora Mitrofanowa. Fotos des Treffens wurden auf der Facebook-Seite der russischen Botschaft veröffentlicht.

Bei dem Treffen wurden „aktuelle Fragen der internationalen Agenda sowie die interkirchliche Zusammenarbeit“ besprochen, wie aus dem Beitrag hervorgeht.

„Die Bedeutung der Bewahrung der russisch-bulgarischen historischen und spirituellen Verbindungen sowie die Verbundenheit mit traditionellen und familiären Werten, die unsere Völker einen, wurden betont“, heißt es im Beitrag der russischen Botschaft, die Bulgarien seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine als ‚feindliches‘ Land betrachtet.

Daniil hat sich wiederholt für den Erhalt der pro-russischen ukrainisch-orthodoxen Kirche ausgesprochen, die unter der Kontrolle des Kremls steht.