Tschechien: Immer mehr Gewalttaten gegen Ukrainer
Gewaltsame Vorfälle gegen Ukrainer nehmen in der Tschechischen Republik zu. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die Zahl der Übergriffe zwischen Anfang des Jahres und Ende Juli im Vergleich zum gesamten letzten Jahr gestiegen ist.
Gewaltsame Vorfälle gegen Ukrainer nehmen in der Tschechischen Republik zu. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die Zahl der Übergriffe zwischen Anfang des Jahres und Ende Juli im Vergleich zum gesamten letzten Jahr gestiegen ist.
Einer Studie zufolge waren Ukrainer allein von Januar bis Juli 2023 Ziel von 19 Vorfällen in Tschechien. Im gesamten letzten Jahr gab es 16 solcher Vorfälle.
Russen hingegen wurden nach den vorliegenden Informationen in diesem Jahr noch kein einziges Mal angegriffen. Im vergangenen Jahr waren es 14 Mal.
Ein jüngster Vorfall, der sich gegen Ukrainer richtete, ereignete sich in der Stadt Plasy in der Region Plzen. Dort griff ein Mann ohne ersichtlichen Grund zwei ukrainische Frauen vor den Augen ihrer kleinen Kinder brutal an.
Während die tschechische Polizei den Mann festnahm und anklagte, kam das jüngere der Opfer, eine 34-jährige Mutter, mit einem offenen Kieferbruch, einem gebrochenen Jochbein und einer gebrochenen Nase ins Krankenhaus. Die Polizei fahndet nun nach zwei weiteren Verdächtigen, die ebenfalls in den Angriff verwickelt sind, wie der tschechische Rundfunk am Donnerstag berichtete.
Innenminister Vít Rakušan (STAN) verurteilte den Anschlag und machte diejenigen verantwortlich, die Hassrede gegen ukrainische Flüchtlinge verbreiten.
Laut Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat beherbergt die Tschechische Republik relativ zur Einwohnerzahl die meisten ukrainischen Flüchtlinge in der EU. Der EU-Durchschnitt pro 1.000 Einwohner liegt bei 9,1, in Tschechien sind es 32,2.
Seit Beginn des Krieges in der Ukraine im Februar letzten Jahres sind rund vier Millionen Menschen aus der Ukraine in EU-Staaten geflüchtet, davon etwa 350.000 nach Tschechien.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]