Tschechien schickt Soldaten zur Kontrolle der slowakischen Grenze
Rund 320 Soldat:innen sind seit Sonntag im Einsatz, um Polizei und Zoll bei der Bewachung der slowakischen Grenze zu unterstützen. Damit will die Slowakei gegen die Zunahme der irregulären Migrationsströme vorgehen.
Rund 320 Soldaten sind seit Sonntag im Einsatz, um Polizei und Zoll bei der Bewachung der slowakischen Grenze zu unterstützen. Damit will die Slowakei gegen die Zunahme der irregulären Migrationsströme vorgehen.
Soldaten der Bodentruppen und aktive Reservisten werden in den Regionen Südmähren, Zlín und Mährisch-Schlesien stationiert sein, berichtete der tschechische Rundfunk am Sonntag.
Als Reaktion auf den Anstieg der irregulären Migrationsströme hat Tschechien am 28. September die Kontrollen an 27 ehemaligen Grenzübergängen zur Slowakei wieder eingeführt. Ursprünglich sollten sie bis Samstag andauern, doch letzte Woche beschloss die Regierung, sie um weitere zwanzig Tage – bis zum 28. Oktober – zu verlängern.
Laut Innenminister Vít Rakušan (STAN) zeige die Maßnahme erste Erfolge, da der Zustrom von Migranten:innen abnehme.
Seit der Wiedereinführung der Grenzkontrollen haben Polizeibeamte rund 1.900 Migrant:innen aufgegriffen und fast 50 Schmuggler festgenommen. Laut einem Bericht des tschechischen Rundfunks haben Polizeibeamte mehr als 250.000 Personen kontrolliert.
Laut Polizeipräsident Martin Vondrášek stammen die meisten festgenommenen Schmuggler aus der Ukraine, gefolgt von der Tschechischen Republik, Syrien, Moldawien und Georgien.
Der bisher dramatischste Moment seit der Einführung der Kontrollen ereignete sich am 1. Oktober in Südmähren. Ein Schmuggler in einem Lieferwagen mit 29 Flüchtlingen aus Syrien verunglückte am Rande der Stadt Břeclav, nachdem er versucht hatte, vor einer Polizeipatrouille am Grenzübergang zu fliehen.
Der Lieferwagen prallte gegen geparkte Autos und ein Haus, dabei wurden 21 Menschen verletzt, darunter auch Kinder.
Als Reaktion auf den Schritt der tschechischen Regierung hat auch Österreich Kontrollen an seiner Grenze zur Slowakei eingeführt, die ebenfalls die Übergänge zu Ungarn verstärkt hat. Das Bundesland Bayern hat ebenfalls am Freitag damit begonnen, an der tschechischen und österreichischen Grenze aufgrund der verstärkten Migrationsströme häufiger Stichprobenkontrollen durchzuführen.