Tschechische Ratspräsidentschaft: EU soll Reserven für kritische Rohstoffe anlegen

Die Europäische Kommission sollte ein strategisches Reservesystem mit wichtigen Rohstoffen einrichten, so der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Síkela.

EURACTIV.cz
Extraordinary Transport, Telecommunications and Energy Council in Brussels
Das potenzielle Reservesystem der EU wurde auf einer vom tschechischen Rat der EU-Ratspräsidentschaft am Montag organisierten Konferenz diskutiert. [ [EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]]

Die Europäische Kommission sollte ein strategisches Reservesystem mit wichtigen Rohstoffen einrichten, so der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Síkela.

Das potenzielle Reservesystem der EU wurde auf einer vom tschechischen Rat der EU-Ratspräsidentschaft am Montag organisierten Konferenz diskutiert.

Reservesysteme für wichtige mineralische Rohstoffe gibt es seit langem in den Vereinigten Staaten, Japan und Südkorea. „Es gibt also viel, von dem man sich inspirieren lassen kann“, sagte Síkela, wie die tschechische Nachrichtenagentur berichtet.

Der Vizepräsident der Kommission, Maroš Šefčovič, teilte mit, dass die Europäische Kommission derzeit einen Legislativvorschlag für kritische Rohstoffe ausarbeite.

An der Konferenz nahmen auch Vertreter:innen der EU-Mitgliedstaaten teil. Auch sie waren sich einig, dass die EU-Rohstoffreserven in Zusammenarbeit mit umliegenden Ländern wie Albanien, Nordmazedonien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, der Ukraine und Ländern in Nordafrika entwickelt werden sollten.

„Wir haben heute auch darüber gesprochen, dass die Europäische Union eine neue Generation von geologischen Untersuchungen ihres eigenen Territoriums durchführen muss. Wir leben seit mehreren Jahrzehnten mit der Vorstellung, dass das Gebiet der EU auf der Grundlage von Erkenntnissen aus den 1960er, 1970er und vielleicht sogar 1980er Jahren umfassend geologisch erforscht sei“, sagte Sikela.

Šefčovič wies darauf hin, dass die Pandemie und die russische Aggression zeigten, dass Europa nicht von Importen aus Drittländern abhängig sein dürfe. „Unser Ziel muss es daher sein, in allen strategischen Bereichen auf eigenen Füßen zu stehen. Wir müssen eine offene strategische Unabhängigkeit erreichen“, sagte er.