Ukraine will Russland von South Stream abbringen

Kiew hat Moskau ein Projekt zur Aufstockung des Gastransits durch ukrainische Pipelines vorgeschlagen. "Das wird deutlich billiger sein als das von Russland geplante Projekt South Stream", sagte der ukrainische Regierungschef Nikolai Asarow.

Vladimir Putin, der österreichische Kanzler Werner Faymann, Russlands Energieminister Sergei Shmatko und Österreichs Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VL) bei der Unterzeichnung des bilateralen Abkommens über das Gaspipeline-Projekt South Stream
Vladimir Putin, der österreichische Kanzler Werner Faymann, Russlands Energieminister Sergei Shmatko und Österreichs Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VL) bei der Unterzeichnung des bilateralen Abkommens über das Gaspipeline-Projekt South Stream

Kiew hat Moskau ein Projekt zur Aufstockung des Gastransits durch ukrainische Pipelines vorgeschlagen. „Das wird deutlich billiger sein als das von Russland geplante Projekt South Stream“, sagte der ukrainische Regierungschef Nikolai Asarow.

"Wir bieten eine Alternative zu South Stream an: Es geht um die Modernisierung unserer südlichen Gaspipelines. Das wird es gestatten, ihre Leistung auf die geplante Durchsatzkapazität der South-Stream-Röhre zu erhöhen. Dabei wird russisches Gas zum selben EU-Ort gepumpt werden – nach Burgas (Bulgarien)", so Nikolai Asarow gegenüber der russischen Zeitung "Wsgljad".

Nur eine Milliarde US-Dollar

Während für den Bau von South Stream etwa 25 Milliarden US-Dollar erforderlich seien, würde das ukrainische Projekt nur eine Milliarde kosten, erklärte der ukrainische Premier.

Gegenwärtig werden bis zu 80 Prozent des gesamten russischen Gases durch das Territorium der Ukraine nach Europa gepumpt.

Über die Gaspipeline South Stream zwischen Russland und Italien soll Südeuropa mit Erdgas versorgt werden. Das Projekt hat einen geschätzten Wert zwischen 8 und 25 Milliarden Euro.

Die ersten Lieferungen sind für 2015 geplant. Ein 900 Kilometer langer Teil der Leitung – zwischen der russischen und der bulgarischen Schwarzmeerküste – wird auf dem Meeresgrund in einer Tiefe von bis zu 2.000 Meter verlegt.

South Stream-Machbarkeitsstudie 2011

Die geplante Durchsatzkapazität der Pipeline beträgt 63 Milliarden Kubikmeter im Jahr. Das sind etwa 35 Prozent des gesamten europäischen Gasbedarfs. Die Leitung soll die Abhängigkeit von Transitländern, vor allem von der Ukraine und der Türkei, verringern.

Die Machbarkeitsstudie für die Leitung soll im Februar 2011 vorliegen. Für den Bau der Landabschnitte der Pipeline im Ausland hatte Russland bereits Regierungsabkommen mit Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Österreich, Serbien, Slowenien und Ungarn unterzeichnet.

RIA Novosti / dto

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South Stream: Website

Nabucco: Website

EURACTIV.de: Oettinger: Marktanteil Russlands steigt erheblich (30. Juli 2010)

EURACTIV.de: South Stream punktet im Wettlauf mit Nabucco (19. Juli 2010)

EURACTIV.de: Kasachstan kritisiert Untätigkeit der Europäer bei Nabucco (19. Juli 2010)

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