Umfrage: Der Euro ist schlecht für die Wirtschaft
Das Vertrauen in die gemeinsame europäische Währung sinkt. Die Mehrheit der Franzosen, Deutschen und Spanier sieht im Euro eher Nachteile für die eigene Wirtschaft.
Das Vertrauen in die gemeinsame europäische Währung sinkt. Die Mehrheit der Franzosen, Deutschen und Spanier sieht im Euro eher Nachteile für die eigene Wirtschaft.
Der Rückhalt für den Euro sinkt. In fast allen Eurostaaten ist eine Mehrheit der Auffassung, die Währung schade der eigenen Wirtschaft. Das ergab eine Umfrage der Denkfabrik German Marshall Fund of the United States. Demnach sind 60 Prozent der Franzosen der Ansicht, der Euro sei eine "schlechte Sache", sowie jeweils mehr als die Hälfte der Deutschen, Spanier und Portugiesen. Die Befragungen in 11 EU-Staaten fanden im Juni statt, also kurz nach dem Beschluss zum 750-Milliarden-Rettungsschirm für die europäische Währung. Nur in den Niederlanden und der Slowakei hält eine Mehrheit den Euro für eine gute Sache für die eigene Wirtschaft.
In Nicht-Eurostaaten der EU erscheint die Währung nicht besonders attraktiv. 83 Prozent der Briten, 53 Prozent der Polen, und 42 Prozent der Bulgaren denken, die Euroeinführung wäre schlecht für die eigene Volkswirtschaft. Nur in Rumänien ist eine Mehrheit von 54 Prozent der Meinung, der Euro wäre eine gute Sache.
Zumindest die Verfechter einer stärkeren Integration dürfen sich bestätigt fühlen. 57 Prozent aller Befragten denken, die Wirtschaftskrise sollte zum Aufbau einer stärkeren Europäischen Union führen. In Italien sind es 76 Prozent, in Spanien 65 Prozent. In Großbritannien ist diese Sicht am wenigsten verbreitet, hier wollen nur 33 Prozent der Befragten mehr Integration in Folge der Wirtschaftskrise.
78 Prozent aller Befragten in der EU halten es für richtig, dass der Staat eine wesentliche Rolle bei der Regulierung der Märkte einnimmt.
awr
Links
German Marshall Fund of the united States: New Transatlantic Trends 2010. Übersicht (15. September 2010)
German Marshall Fund of the united States: New Transatlantic Trends 2010 Key Findings (15. September 2010)