Ungarn: Allianz mit Deutschland ist Top-Priorität für 2015
Die Beziehungen zwischen Ungarn und Deutschland haben seit der Amtsübernahme von Viktor Orbán gelitten – das soll sich der Regierung in Budapest zufolge im kommenden Jahr ändern.
Die Beziehungen zwischen Ungarn und Deutschland haben seit der Amtsübernahme von Viktor Orbán gelitten – das soll sich der Regierung in Budapest zufolge im kommenden Jahr ändern.
Ungarn will seine Beziehungen zu Deutschland verbessern. Das sei das wichtigste außenpolitische Ziel seines Landes im kommenden Jahr, sagte der Minister im Amt des Regierungschefs, János Lázár, dem ungarischen Magazin „Figyelo“ vom Donnerstag. Aus ungarischer Sicht sei derzeit Bundeskanzlerin Angela Merkel die wichtigste Führungsfigur in der Weltpolitik. Medienberichten zufolge wird Merkel im Februar zu politischen Gesprächen in Ungarn erwartet.
Lázárs Worte könnten ein Hinweis darauf sein, dass Ungarn sich wieder stärker seinen westeuropäischen Nachbarn zuwendet, um Handel und Investitionen zu sichern. Zuletzt hatte es eher den Anschein, als rücke Ungarn enger an Russland heran, das inzwischen aber mit schweren wirtschaftlichen Turbulenzen in Folge des Ölpreis-Rückgangs und der Sanktionen des Westens zu kämpfen hat.
Lázár erklärte zudem, Deutschland sei das Land, das eine Lösung des Ukraine-Konflikts erreichen könne. Der Weg dorthin führe über Friedensgespräche, nicht über Wirtschaftssanktionen. Sein Land schaue mit Sorge auf den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland, der sich weiter zuspitzen und in einem Krieg enden könnte. Das würde auch die ethnischen Ungarn bedrohen, die in der Ukraine lebten.