Unterstützung für katalanische Unabhängigkeit fällt auf historischen Tiefstand
Die Unterstützung der katalanischen Bürger für eine zukünftige Unabhängigkeit Kataloniens vom Rest Spaniens ist laut einer neuen Umfrage auf 40 Prozent und damit auf ein Rekordtief gesunken.
Die Unterstützung der katalanischen Bürger für eine zukünftige Unabhängigkeit Kataloniens vom Rest Spaniens ist laut einer neuen Umfrage auf 40 Prozent und damit auf ein Rekordtief gesunken.
Ganze 53 Prozent lehnen die Unabhängigkeit ab, wie aus der Umfrage hervorgeht, welche am Donnerstag veröffentlicht wurde.
Laut der von der katalanischen Regionalregierung (Generalitat) in Auftrag gegebenen Umfrage ist dies der niedrigste Stand der Unterstützung für die Unabhängigkeit seit 2015, als die erste derartige offizielle Umfrage durchgeführt wurde.
Für die Umfrage, die vom Zentrum für Meinungsstudien (CEO) der Generalitat durchgeführt wird, waren zwischen dem 10. Juni und dem 8. Juli 2.000 Interviews geführt worden. Damit begannen die Befragungen einen Tag vor dem Inkrafttreten des umstrittenen Amnestiegesetzes, mit dem rund 300 katalanische Separatisten begnadigt werden, die in separatistische Aktionen zwischen 2011 und 2023 verwickelt waren.
Im Vergleich zur letzten Umfrage dieser Art ist der Prozentsatz der katalanischen Bürger, die die Unabhängigkeit unterstützen würden, um zwei Punkte gesunken.
Die Ablehnung der Unabhängigkeit ist um zwei Punkte auf ein Rekordhoch gestiegen. Damit liegt diese 13 Punkte über dem Tiefpunkt 2015.
Die Unterstützung der Unabhängigkeit ist bei den Wählern der konservativen separatistischen Partei Junts per Catalunya (JxCat) mit 91 Prozent am größten. Die Partei wird vom ehemaligen katalanischen Präsidenten Carles Puigdemont angeführt.
Es folgen die Wähler der linken separatistische Plattform Candidatura de Unidad Popular (CUP) mit 80 Prozent und die der Republikanische Linken Kataloniens (ERC) mit 75 Prozent. Auch 56 Prozent der Wähler der separatistische Formation Aliança Catalana unterstützen weiterhin eine Abspaltung.
Die Parteien, die gegen die Unabhängigkeit sind, befinden sich dagegen hauptsächlich auf der linken Seite.
Die Wähler der linken Catalunya en Comú führen die Liste derjenigen, die diese Möglichkeit ablehnen, mit 62 Prozent an, gefolgt von der Gruppe der Nichtwähler (62 Prozent), und der Unterstützer der Sozialistischen Partei Kataloniens (PSC/S&D). Diese hatte im Mai auch die vorgezogenen Regionalwahlen gewonnen.
In den Kreisen der Rechtsaußen-Partei VOX wird die katalanische Unabhängigkeit mit 90 Prozent abgelehnt. Innerhalb der konservativen Partido Popular (PP/EPP), der wichtigsten Oppositionspartei im Parlament, sind es 96 Prozent.
Auf die Frage, welche Art von Beziehung zwischen Katalonien und dem spanischen Staat bestehen sollte, gaben 34 Prozent der Befragten an, dass sie es vorziehen würden, wenn Katalonien eine autonome Gemeinschaft wäre (so wie es jetzt ist). 31 Prozent bevorzugen einen unabhängigen Staat, 22 Prozent einen Staat innerhalb eines föderalen Spaniens, und 7 Prozent wollen, dass Katalonien eine normale Region Spaniens werde.
[Bearbeitet von Nick Alipour]