Verhandlungsmacht der Milcherzeuger soll steigen

Die Vorschläge der Kommission zur "Reform der Milchmarktordnung" werden am Donnerstag vorgestellt. Ein Ziel der Reform ist, die Verhandlungsmacht der Milchbauern zu stärken, damit sie faire Preise mit den Molkereien aushandeln können.

Kuh-Milch. Foto: dpa
Kuh-Milch. Foto: dpa

Die Vorschläge der Kommission zur „Reform der Milchmarktordnung“ werden am Donnerstag vorgestellt. Ein Ziel der Reform ist, die Verhandlungsmacht der Milchbauern zu stärken, damit sie faire Preise mit den Molkereien aushandeln können.

Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolo? wollte heute seine Vorschläge zur "Reform der Milchmarktordnung" vorstellen. Das Kolleg der 27 Kommissare sah jedoch Nachbesserungsbedarf, so dass die überarbeiteten Vorschläge erst morgen auf dem Tisch liegen, bestätigte heute ein Sprecher gegenüber EURACTIV.de.

Die Vorschläge der Kommission werden die ersten vier Empfehlungen aufgreifen, die die hochrangige Expertengruppe "Milch" im Juni 2010 formuliert hat, so der Sprecher.

Diese Empfehlungen betreffen:

Vertragsbeziehungen zwischen Milcherzeugern und Molkereien: Zu fördern ist der Abschluss förmlicher schriftlicher Vorabverträge über Rohmilchlieferungen (einschließlich Preis, Menge, Lieferzeiten und Vertragsdauer).

– Kollektive Verhandlungsmacht der Erzeuger:
Verbände der Milcherzeuger sollten die Bedingungen des Vertrags mit einer Molkerei (einschließlich des Preises) gemeinsam aushandeln.

– Mögliche Rolle von Branchenverbänden im Milchsektor:
Die gegenwärtigen Regelungen für Branchenorganisationen im Obst- und Gemüsesektor könnten auch im Milchsektor anwendbar sein.

– Transparenz in der Wertschöpfungskette des Milchsektors: Das europäische Instrument für die Überwachung der Lebensmittelpreise sollte weiter ausgestaltet werden, und EUROSTAT und die nationalen statistischen Ämter sollten mehr Information bereitstellen (z. B. über die Menge der Milchprodukte).

Weitere Reformvorschläge folgen

Der Milchsektor ist ein sensibler Bereich innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und wird deshalb auch bei der angestrebten Reform ab 2014 besonders berücksichtigt werden. Der Kommissionssprecher kündigte an, dass die anderen drei Vorschläge der hochrangige Expertengruppe "Milch" zu einem späteren Zeitpunkt entweder in einem seperaten Gesetzesentwurf aufgegriffen oder als Teil der anstehenden GAP-Reform integriert werden.

Die zentralen Punkte der angestrebten GAP-Reform nach 2013 hat Georg Häusler, Kabinettschef des Landwirtschaftskommissars Dacian Ciolo?, im Interview mit EURACTIV.de erläutert.

mka

Dokumente

Kommission: Hochrangige Expertengruppe: sieben Empfehlungen für EU-Milchsektor (15. Juni 2010)

EURACTIV.de-Interview: Georg Häusler: "Deckelung der Beihilfen ist zentral für GAP-Reform" (25. November 2010)