Villepin will Aspekte des dänischen Arbeitsmarktsmodells übernehmen [DE]

Der neue französische Premier hat kundgetan, 'dänische Flexisicherheit' werde als Inspirationsquelle für Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen dienen. Der ehemalige dänische Ministerpräsident Poul Nyrup Rasmussen zeigt sich jedoch nicht sonderlich beeindruckt.

Der neue französische Premier hat kundgetan, ‚dänische Flexisicherheit‘ werde als Inspirationsquelle für Maßnahmen zur Schaffung von Arbeitsplätzen dienen. Der ehemalige dänische Ministerpräsident Poul Nyrup Rasmussen zeigt sich jedoch nicht sonderlich beeindruckt.

Inmitten des ideologischen Streits zwischen dem liberalen angelsächsischen und dem kontinentalen französischen Sozialmodell hat sich der neue französische Premier Dominique de Villepin entschieden, sich im hohen Norden nach einer Lösung für die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit umzuschauen. In Frankreich sind 2,5 Millionen Menschen ohne Arbeit und 500.000 Stellen unbesetzt.

Das dänische Model – auch unter der Bezeichnung ‚Flexisicherheit’ bekannt – kombiniert ein System der sozialen Sicherheit für Arbeitslose mit flexiblen Regeln für die Einstellung und Entlassung von Arbeitskräften. Das Modell wurde in den 90er Jahren unter der Leitung des dänischen Ministerpräsidenten Poul Nyrup Rasmussen, heute Vorsitzender der Sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament, eingeführt.

Dominique de Villepin will es Kleinbetrieben leichter machen, neue Arbeitskräfte einzustellen und hat daher unter anderem vorgeschlagen, dass neue Arbeitnehmer zunächst einen Arbeitsvertrag mit einer Probezeit von zwei Jahren bekommen, wobei sie ein Anrecht auf zusätzliche Arbeitslosenhilfe haben würden.

In einem BBC-Interview am 9. Juni vertrat Rasmussen jedoch die Auffassung, dass Villepin der Flexibilität auf Kosten der sozialen Sicherheit einen zu hohen Stellenwert einräume. Ein Gewerkschaftsführer (CFE-CGC) bezeichnete den Vorschlag schlichtweg als „Blödsinn“.