Vorbild Uniper: Slowenien will Energieunternehmen notfalls verstaatlichen
Die slowenische Regierung will offenbar notfalls Energieunternehmen verstaatlichen, um die Energieversorgung sicherzustellen. Vorbild soll dabei die Entscheidung der deutschen Bundesregierung zur Verstaatlichung von Uniper sein.
Die slowenische Regierung will offenbar notfalls Energieunternehmen verstaatlichen, um die Energieversorgung sicherzustellen. Vorbild soll dabei die Entscheidung der deutschen Bundesregierung zur Verstaatlichung von Uniper sein.
Premierminister Robert Golob kündigte am Dienstag (27. September) an, dass im überarbeiteten Haushalt für 2022 750 Millionen Euro für diesen Zweck vorgesehen seien.
Es sei durchaus möglich, dass Slowenien innerhalb des nächsten Monats ein Energieunternehmen verstaatlichen müsse.
„Hier geht es nicht um Sozialismus oder Kommunismus, sondern um die Bewältigung der Energiekrise und die Gewährleistung einer stabilen Energieversorgung“, so der Premierminister.
Der Staat besitzt bereits Mehrheits- oder Komplettanteile an Energieversorgungsunternehmen, und Medienberichten zufolge ist Geoplin, der größte Gasversorger des Landes, das wahrscheinlichste Ziel einer möglichen Verstaatlichung.
Golob verwies in seinen Ausführungen auf Deutschland als Beispiel, nachdem die Bundesregierung kürzlich die Verstaatlichung des Gasimporteurs Uniper beschlossen hatte.
Der slowenische Staat besitzt eine Mehrheitsbeteiligung von 25 Prozent an Geoplin, während sich der Rest in den Händen von Petrol, dem teilstaatlichen Energiekonzern, befindet. Anfang dieser Woche haben die Aktionäre einen neuen CEO von Geoplin ernannt.
Geoplin steht im Mittelpunkt der slowenischen Bemühungen, sich nicht-russisches Gas zu sichern. Mehreren Medienberichten zufolge führt das Unternehmen derzeit Gespräche, um sich algerisches Gas über Italien zu sichern.