Wahlen in Zypern: neue Hoffnung auf Wiedervereinigung [DE]
Der erste Wahlgang im Süden Zyperns hat der fünfjährigen Amtszeit von Präsident Tassos Papadopoulous ein Ende bereitet. Dies lässt den Zyprioten die Wahl zwischen zwei Kandidaten, die beide eine Wiedervereinigung befürworten.
Der erste Wahlgang im Süden Zyperns hat der fünfjährigen Amtszeit von Präsident Tassos Papadopoulous ein Ende bereitet. Dies lässt den Zyprioten die Wahl zwischen zwei Kandidaten, die beide eine Wiedervereinigung befürworten.
Der rechtsstehende Europaabgeordnete und frühere Außenminister Ioannis Kasoulides hat mit nur 980 Stimmen (33,5%) die knappsten Wahlen aller Zeiten vor dem kommunistischen Europaabgeordneten Demetris Christofias (33,3%) für sich entschieden. Die beiden werden sich nun in einem zweiten Wahlgang am 24. Februar 2008 gegenüberstehen. Präsident Papadopoulous erreichte lediglich den dritten Platz mit 32% der Stimmen.
Seine Niederlage anerkennend sagte Papadopoulous, dass die Menschen gerichtet und entschieden hätten. Ihre Wahl würde vollständig respektiert.
Kasoulides ist der Kandidat, der von der internationalen Gemeinschaft bevorzugt wird, um die Gespräche über eine Wiedervereinigung voranzubringen. Der Vorsitzende der EVD-EP-Fraktion im Europaparlament, Joseph Daul, sagte, dass Kasoulides ‚Zypern eine neue Zukunft bieten’ könne. Er nannte ihn einen ‚großen Zyprioten und großartigen Europäer“.
Beide Kandidaten, Kasoulides und Christofias, haben einen versöhnlicheren Ansatz gegenüber den entfremdeten türkischen Zyprioten im separatistischen Norden versprochen. Beide sagten, sie wollten sich mit Mehmet Ali Talat treffen, dem Anführer der türkischen Zyprioten.
Papadopoulos spielte eine entscheidende Rolle dabei, die griechischen Zyprioten von der Ablehnung des UN-Wiedervereinigungsplans zu überzeugen. Den Plan hatten die türkischen Zyprioten im Norden in einem Referendum angenommen. Dort wurde Papadopoulos zur persona non grata. Seine Niederlage war eine Überraschung, da Umfragen zuvor ergeben hatten, dass er zumindest die zweite Wahlrunde erreichen würde.
Der Think Tank Eurasia sagte, diese Wahl sei die letzte Chance, um die Insel zu vereinigen. Ein auf Dauer geteiltes Zypern werde stets eine Quelle politischer Spannung bleiben.
Zudem würde ein Scheitern der Wiedervereinigungsgespräche die Chancen der Türkei auf einen EU-Beitritt ernsthaft mindern. Bisher ist nur der griechische Süden Zyperns Mitglied der Union und hat das Recht, einen künftigen Kandidaten mit einem Veto abzulehnen.
Zypern war infolge einer türkischen Invasion von 1974 geteilt worden. Auf internationaler Ebene wird Zypern von der griechisch-zypriotischen Regierung im Süden vertreten. Der abtrünnige türkisch-zypriotische Norden wird nur von Ankara anerkannt.