Wellen von Asylanten aus dem Westbalkan erreichen Europa

Beamte ziehen es in Erwägung, die visumfreie Einreise für Bürger aus dem westlichen Balkan zurückzunehmen, da wachsende Zahlen an Asylbewerbern aus diesen Ländern an den Grenzen von Schweden, Belgien und Deutschland ankommen.

Serbia police immigrants.jpg
Serbia police immigrants.jpg

Beamte ziehen es in Erwägung, die visumfreie Einreise für Bürger aus dem westlichen Balkan zurückzunehmen, da wachsende Zahlen an Asylbewerbern aus diesen Ländern an den Grenzen von Schweden, Belgien und Deutschland ankommen.

Vor fast einem Jahr hat die EU die Visumspflicht für die Bürger Serbiens, Mazedoniens und Montenegros aufgehoben, aber nun sagen einige westliche Beamte, dass die Entscheidung rückgängig gemacht werden müsse.

Im deutschen Bundesland Bayern sei die Anzahl an Asylbewerbern aus diesen Ländern im vergangenen Jahr drastisch gestiegen, sagte der bayerische Innenminister, Joachim Hermann, den die serbische Nachrichtenagentur Tanjug zitiert.

Wenn sich die Zahlen weiterhin so entwickelten, könnte die EU erwägen, die Pläne zur Visaliberalisierung, die Anfang 2010 eingeführt worden seien,  rückgängig zu machen, sagte Hermann am Dienstag (19. Oktober).

In diesem Jahr hätten bisher 130 Serben und 260 Mazedonier in Bayern Asyl beantragt, im Vergleich zu den 59 insgesamt im vorigen Jahr, sagte Hermann.

In Schweden wurde die Nationale Migrationsbehörde (Migrationsverket) dazu gezwungen, Lager und weitere vorübergehende Unterkunftsmöglichkeiten zu mieten, um mit einem akuten Wohnungsmangel umzugehen, wie die schwedische Presse berichtet.

Circa 4.000 serbische Bürger haben dieses Jahr in Schweden Asyl beantragt, im Vergleich zu nur 421 in derselben Periode im letzten Jahr.

Nur im September sind 1.410 serbische Bürger in Schweden angekommen und haben Druck auf die lokalen Behörden ausgeübt, die dann Dienstleistungen wie Gesundheitsvorsorge anbieten mussten.

Der starke Anstieg in der Anzahl an Asylbewerbern aus dem westlichen Balkan sei auf die Verleihung des visumfreien Zuganges zum Schengenraum der EU an die Bürger Mazedoniens, Montenegros und Serbiens zurückzuführen, bemerkt die schwedische Presse.

Serbien hat anscheinend die Botschaft ernst genommen, dass die Visaliberalisierung, die als eine Haupterrungenschaft der pro-europäischen Regierung betrachtet wurde, fehlschlagen könnte.

Der Belgrader Tageszeitung „Blic“ zufolge werde Serbien spezifische Kontrollmaßnahmen an Grenzübergängen einführen, um einen Missbrauch des visumfreien Regimes zu vermeiden. Zitiert wird der Innenminister, Ivica Dacic, dass zur Zeit kein Risiko bestehe, dass der Visumzwang wieder eingeführt werden könnte.

Die Asylbewerber seien hauptsächlich albanischer und Roma-Abstammung, und ihre Asylanträge beruhten auf wirtschaftlichen Erwägungen, schreibt „Blic“. Jedoch, da Serbien als ein politisch sicheres Land betrachtet werde, würden sie alle zurück nach Serbien geführt werden, auf der Basis des Rückübernahmeabkommen zwischen der EU und Serbien.

Aber die Maßnahmen, um die Asylbewerber im Zaum zu halten, laufen anscheinend nicht reibungslos.

Berichten zufolge habe die serbische Polizei vor kurzem einen Bus voller Passagiere, die in Deutschland Asyl beantragen wollten, zurück nach Mazedonien hingeschickt. Die zurückgewiesenen mazedonischen Reisenden demonstrierten vor der serbischen Botschaft in Skopje, und behaupteten, Serbien habe ihre Rechte verletzt.

Dacic sagte, die größte Anzahl an Asylbewerbern seien Roma aus der Vojvodina und Albaner aus Südserbien und Sandzak. Er betonte, es sei sehr wichtig, dass diese Menschen im Voraus informiert würden, sie hätten keine Chance, in einem EU-Land Asyl zu bekommen.

Er bemerkte, dass unechte Asylbewerber den Eindruck schaffen könnten, dass die Bevölkerung dieser Region aus politischen Gründen auswandern wollte, während in der Tat ihr einziger Beweggrund wirtschaftlich sei.

Anderen Berichten zufolge seien sich einige Asylbewerber in der Tat dessen bewusst, dass sie kein Asyl bekommen würden, doch sie zögen aus ihrem Bewertungszeitraum Nutzen, während dem sie kostenlos untergebracht und etwas Taschengeld bekommen würden.

Wenn Sie auf diesen Artikel reagieren möchten, klicken Sie bitte hier.