Wien: Pro-Erdogan-Feiern sorgen für Empörung
Tausende Menschen mit türkischem Migrationshintergrund sind am Sonntag in Wien auf die Straße gegangen, um die Wiederwahl des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu feiern, was scharfe Kritik von rechts und Besorgnis von links ausgelöst hat.
Tausende Menschen mit türkischem Migrationshintergrund sind am Sonntag in Wien auf die Straße gegangen, um die Wiederwahl des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu feiern, was scharfe Kritik von rechts und Besorgnis von links ausgelöst hat.
Wie in anderen Ländern, in denen Menschen mit türkischem Hintergrund leben, stimmten am Sonntagabend die meisten der 100.000 in Österreich lebenden Menschen mit türkischem Hintergrund für Erdogan (74 Prozent), berichtete die türkische Nachrichtenagentur. Nach Erdogans Sieg gingen Hunderte auf die Straße, blockierten den Verkehr und setzten in einigen Fällen Pyrotechnik ein, wie Medien berichteten.
„Wenn nach dem Sieg des umstrittenen türkischen Präsidenten Erdogan plötzlich tausende Menschen den Verkehr und die öffentliche Ordnung lahm legen um ‚ihren‘ Präsidenten zu feiern, sind wir Zeitzeugen einer weiteren Verschärfung der Situation“, sagte Karl Mahrer, Chef der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) Wien, am Montag.
Einigen der Menschen, die auf die Straße gingen, wurde vorgeworfen, die Kennzeichen der türkischen rechtsextremen Bande „Graue Wölfe“ zu verwenden.
Ähnliche Aussagen wurden vonseiten der Rechtsextremen geäußert.
„Wenn Erdogan so ein toller Präsident ist, dann sollten sie doch in dem Land leben, wo er regiert. Ab in die Türkei mit diesen Leuten“, sagte Dominik Nepp, Chef der Wiener FPÖ.
Zu den Gründen für die Beliebtheit Erdogans in der türkischen Diaspora zählen Experten die schlechte Integration und Diskriminierung.
„Vom Ausland importierter Nationalismus ist das Gegenteil von Integration und hat bei uns keinen Platz“, betonte Integrationsministerin Susanne Raab von der regierenden konservativen ÖVP.