Work-Life-Balance 'schwierig für Frauen' [DE]

Sogar in fortschrittlichen Unternehmen tragen Frauen die größte Last des Ungleichgewichtes von Arbeit und Privatleben. Dies ist das Ergebnis eines Diskussionsforums, das im Rahmen der Employment Week stattgefunden hat.

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Sogar in fortschrittlichen Unternehmen tragen Frauen die größte Last des Ungleichgewichtes von Arbeit und Privatleben. Dies ist das Ergebnis eines Diskussionsforums, das im Rahmen der Employment Week stattgefunden hat.

An einem Diskussionsforum zur Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben, der „Work-Life-Balance“, haben am 6. Juni 2007 Anna Nitzelius, die stellvertretende Direktorin des schwedischen Ministeriums für Beschäftigung, und zwei Experten teilgenommen, die für das UN-Entwicklungsprogramm zur Geschlechtergleichstellung „Gender Equality Project“ in Polen arbeiten.

In Schweden haben es Frauen trotz aller Bemühungen zur Geschlechtergleichstellung schwerer als Männer, Arbeit und Freizeit in Einklang zu bringen, sagte Nitzelius. Sie wies darauf hin, dass ein Elternurlaub von bis zu 480 Tagen pro Kind sowie eine finanzielle Unterstützung für Eltern in einer Höhe von bis zu  80% des letzten Einkommens, Vorschulen und Tagesbetreuungen für Familien noch immer den Großteil der unbezahlten Kinderbetreuung und Hausarbeit den Frauen überließen.

Auf die Frage: “Was ist Work-Life-Balance?” gab Nitzelius selbst die Antwort, dass es nur eine Life-Balance gebe.

Auch wenn sie geschlechtsneutral sind, werden lediglich 19,5% der Elternurlaube in Schweden von Männern genommen – Grund genug für die Regierung, um Maßnahmen wie einen Bonus zur Geschlechtergleichstellung, Steuererleichterungen, wenn das Elternteil mit dem höheren Einkommen zu Hause bleibt, und Steuersenkungen für die Inanspruchnahme häuslicher Dienstleistungen einzuführen. 

In Polen sind solche Maßnahmen jedoch noch weit von der Realität entfernt, so Marta Rawluszko und Paulina Kazmarek vom UNDP Gender Index. Nur Frauen seien in Polen berechtigt, Elternurlaub zu nehmen. Die Einbindung der Väter in die frühzeitige Kinderbetreuung fehle völlig. Mit Rückgriff auf ein gutes praktisches Handbuch, Informationen, soziale Kampagnen und regionale Debatten richte sich das UNDP-Programm hauptsächlich an Unternehmen, deren Bereitschaft zur Öffnung für Geschlechterfragen steige, sobald sie verstanden hätten, dass diese Fragen mit ihrem Geschäftserfolg verbunden seien.

In Reaktion auf den weit verbreiteten Mangel an Arbeitskräften denken viele Unternehmen beispielsweise ernsthaft darüber nach, Kindergärten in der Nähe ihrer Büros oder Produktionsstätten zu errichten, um weibliche Arbeitskräfte anzuziehen. Strenge Vorschriften im polnischen Recht unterwerfen die Eröffnung solcher Institutionen komplizierten Gesetzgebungsprozessen – ein Verwaltungshindernis für die Work-Life-Balance, welches das UNDP-Programm beseitigen möchte.