Zwei Milliarden Finanzierung für Französisches Start-up für Elektrobatterien
Der französische Hersteller von Elektrobatterien Verkor gab am Donnerstag (14. September) bekannt, dass er sich eine Finanzierung in Höhe von 2 Mrd. EUR gesichert hat. Dies ist der höchste Betrag, den ein Start-up-Unternehmen in Frankreich je erhalten hat.
Der französische Hersteller von Elektrobatterien Verkor gab am Donnerstag (14. September) bekannt, dass er sich eine Finanzierung in Höhe von 2 Milliarden Euro gesichert habe. Dies ist der höchste Betrag, den ein Start-up-Unternehmen in Frankreich je erhalten hat, und ein Zeichen der Stärke für die europäische Batterieindustrie in ihrem Wettlauf mit der chinesischen Konkurrenz.
Verkor, ein französisches E-Batterie-Start-up, das 2020 gegründet wurde, wird das Geld verwenden, um seine erste Gigafabrik in Dünkirchen zu errichten – Frankreichs neuem industriellen Kraftzentrum. Darüber hinaus wird das Unternehmen in „die Herstellung von Hochleistungsbatteriezellen mit niedrigem CO2-Gehalt“ investieren, heißt es in einer Pressemitteilung.
Von den 2 Milliarden Euro stammen 850 Millionen Euro aus der sogenannten Serie-C-Finanzierung. Diese ist für bereits erfolgreiche Unternehmen gedacht, die weiter wachsen wollen. Zu den Investoren gehören eine Reihe von privaten Akteuren, darunter der Bankenkonglomerat Crédit Agricole Assurance, die französische Staatsbank bpifrance und der Finanzdienstleistungsmogul Macquarie Asset Management.
Parallel dazu unterzeichnete das Start-up eine „langfristige kommerzielle Partnerschaft“ mit dem französischen Automobilhersteller Renault Group.
Weitere 600 Millionen Euro werden aus einem Darlehen der Europäischen Investitionsbank (EIB) bereitgestellt. Die verbleibenden 650 Millionen Euro werden in Form von Zuschüssen der Regierung zur Verfügung gestellt, wobei die Genehmigung der Europäischen Kommission noch aussteht.
„Diese finanzielle Unterstützung und die Anwesenheit prominenter Finanzierungspartner zeigen die wirtschaftliche Tragfähigkeit des robusten Entwicklungsplans von Verkor“, so das Unternehmen. Es hofft, 1.200 direkte Arbeitsplätze zu schaffen und die Souveränität der EU im Bereich „nachhaltige Elektromobilität“ zu unterstützen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron postete auf X, ehemals Twitter: „Mit der Unterstützung von France 2030 [einem 54 Milliarden Euro schweren Investitionsplan] und der EU ist dies ein neuer Rekord für ein französisches Start-up. Frankreich ist attraktiv, es reindustrialisiert, dekarbonisiert seine Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze!“
Im November letzten Jahres hatte Verkor bereits ein EIB-Darlehen in Höhe von 49 Millionen Euro für den Bau eines „Innovationszentrums“ in Grenoble in den Alpen erhalten.
EU-Wettlauf mit China
Die Ankündigung kommt angesichts des globalen Wettlaufs der EU gegen China und die USA im Bereich der Elektrobatterien. Ziel der EU ist es, ihre Industrie für saubere Technologien zu stärken.
„Von der Windkraft bis zum Stahl, von Batterien bis zu Elektrofahrzeugen, unsere Ambition ist glasklar: Die Zukunft unserer Clean-Tech-Industrie muss in Europa gemacht werden“, sagte die Chefin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen in ihrer Rede zur Lage der Union am Mittwoch (13. September).
Die Kommission hat auch die Regeln für staatliche Beihilfen im März 2023 gelockert, um die Investitionen der Mitgliedsstaaten in die grüne Industrie zu fördern. Auf diese Weise könnten sie eine Chance gegen den erst vor einem Jahr erlassenen Inflation Reduction Act (IRA) der USA haben, der Investitionen in Höhe von 400 Milliarden Dollar und Steuervergünstigungen vorsieht.
Nach sechs Monaten zeigen neue Daten, die Euractiv vorliegen, dass der Subventionswettlauf in vollem Gange ist, wobei Frankreich mit 22,6 Prozent aller von der Kommission genehmigten staatlichen Beihilfen an zweiter Stelle liegt – allerdings weit hinter Deutschland, das mit 48,4 Prozent den Löwenanteil trägt.
Im Mai gab Frankreich bekannt, dass es seine erste Batteriefabrik für Elektroautos in Betrieb nehmen wird. Sie gehört der Automotive Cells Company, einer Partnerschaft zwischen dem französischen Energieriesen TotalEnergies, dem deutschen Mercedes-Benz und dem US-amerikanisch-europäischen Automobilhersteller Stellantis.
[Bearbeitet von János Allenbach-Ammann/Zoran Radosavljevic]