Analyse: Lobbying in Berlin – die neue Sachlichkeit [DE]

In diesem Artikel aus Politik & Kommunikation analysieren Till Schröder, Manuel Lianos und Manja Wentzel, wie sich die Lobbyisten dem Stilwechsel der Politik anpassen. 

In diesem Artikel aus Politik & Kommunikation analysieren Till Schröder, Manuel Lianos und Manja Wentzel, wie sich die Lobbyisten dem Stilwechsel der Politik anpassen. 

Auszüge:

Bisher war im Berliner Mediengetöse häufig das nötige Ich-Ich-Ich-Geschrei gefragt.  Das Buddy-System des Medienkanzlers brachte frischen Wind in die Politik – und suggerierte Lösungskompetenz durch Wirtschaftsnähe.  […] Als Naturwissenschaftlerin will Merkel überzeugt werden – mit Argumenten.  „Einflussnahme funktioniert eben nicht mehr so stark über die Kontakte wie bei Schröder“, sagt Axel Wallrabenstein.  Der Chef der Politikabteilung von Publicis ist sich sicher:  Die Strategie wird wichtiger im Vergleich zur Vernetzung.  Karl Jurka spricht gar von einer neuen Kultur der Qualität.  

Eine weitere Erkenntnis hat sich bereits durchgesetzt:  Unter der neuen Regierung wird nichts einfacher.  „Die neuen Mehrheitsverhältnisse machen es der Regierung einfacher, unpopuläre Entscheidungen über die Interessen der Verbände herbeizuführen“, sagt die Leiterin des Hauptstadtbüros das ADAC, Monica Müller.  

Drei Viertel der Abgeordneten sind auf der Mehrheitslinie.  Das macht es schwer, Einfluss zu nehmen und Einzelne für die eigene Position zu gewinnen.  Ein Strategiewechsel steht für die Lobbyisten an, der viel mehr ist als nur Stilkosmetik.  Die Politik ist für diejenigen Positionen zugänglicher, die bereits sehr mehrheitsfähig sind.  

Wenn sich die Koalition als Monolith geriert, müssen auch die Lobbyisten als große Blöcke kommunizieren, wollen sie Gehör finden.  In der Energiebranche rumort es bereits, eine große Verbandsfusion steht an.  Und die Phase der Konsolidierung stehe bevor, sagt Karl Jurka.  Nur wer inhaltlich solide zuarbeite, wird am Markt bestehen.

Allianzen und Konsolidierung:  Damit reagiert die Branche auch auf die sprunghafte Vervielfältigung der Lobbyarbeit.  

Eine vollständige Version des Artikels kann hier  herunter geladen werden.