Merkel und Seehofer - es könnte so einfach sein

Die Lage sei ernst, meint Alexander Dobrindt, nachdem auch der Koalitionsgipfel gestern Nacht bisher ohne Ergebnis verlief. Dabei sind die Vorstellungen von CDU und CSU gar nicht so inkompatibel.

Der Tagesspiegel
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Etwa vier Stunden tagten die Koalitionspartner gestern Nacht, um eine Lösung im Asylstreit zu finden. Bisher verliefen alle Gespräche ergebnislos. [Felipe Trueba]

Wo Horst Seehofer recht hat, hat er recht. Einfach zu erklären ist es nicht, warum Angela Merkel ihm partout nicht entgegenkommen will. Wohlgemerkt: entgegenkommen, nicht entgegentreten.

Wenn sie ehrlich wäre, mit sich und der Republik, dann müsste die Kanzlerin eingestehen, dass sie ihre Flüchtlings- und Asylpolitik längst geändert hat. Dass ihre Politik wie die von Seehofer ist. Auch Merkel will die Grenzen sichern und am liebsten keinen mehr durchlassen. Sie sagt es nur nicht so. Da wird es dann schwierig, weil psychologisch.

Seehofer will unbedingt, dass sie es klar sagt, Merkel nicht, weil vor aller Öffentlichkeit ihr Nimbus dahin wäre. Deshalb der Streit „als gäb’s kein Morgen“, wie der Bundespräsident sagt, Frank-Walter Steinmeier. Wenn sie den doch jetzt mal ganz schnell als Mediator ranließen!

Er weiß schließlich, wie das geht, Auswege aus Krisen und Lösungen finden. Wer das für Gerhard Schröder immer wieder geschafft hat… Merkel und Seehofer: Zur Lösung in ihrer beider Sinne gehört beides zusammen, die Zurückweisung andernorts registrierter Flüchtlinge und eine europäische Regelung. Also: Im Grunde haben beide recht. Es könnte so einfach sein.