Nur die AfD gewinnt – was nun, Frau Merkel?
Sigmar Gabriel kann sich nur kurz freuen, Angela Merkel muss eine Richtungsentscheidung treffen – und die AfD wird bleiben. EURACTIVs Medienpartner “WirtschaftsWoche” zieht fünf Lehren aus der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.
1. Die AfD wird zur Volkspartei im Osten
Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres ist die AfD zur zweistärksten Kraft in einem ostdeutschen Bundesland geworden. In Sachsen-Anhalt hatte die Partei im März knapp 25 Prozent der Wähler für sich gewinnen können. Mit knapp 22 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern setzt die AfD ihre Erfolgsserie nun fort. Sollte sie am kommenden Sonntag auch im Stadtstaat Berlin erfolgreich sein, wäre die Partei in allen ostdeutschen Parlamenten vertreten.
Im Herbst 2016 steht damit fest: Die AfD hat sich im deutschen Parteiensystem etabliert, im Osten ist sie sogar eine mittelgroße Volkspartei geworden – zumindest vorerst. Knapp 30 Prozent der Wähler in Mecklenburg-Vorpommern sagten, dass das Thema Flüchtlinge und Integration für sie wichtig gewesen sei, knapp die Hälfte der Wähler hielt das Thema gar für wahlentscheidend. Die AfD hat damit eine Funktion für sich gefunden, die sie von allen anderen Parteien unterscheidet. Sie könnte sich von Alternative für Deutschland zur Alternative für die Flüchtlingspolitik umbenennen. Die Kanzlerin hat ihre Politik der offenen Grenzen zwar längst geändert, die Flüchtlingszahlen sind deutlich zurückgegangen.