Ukrainischer Agrarminister: Unser Getreide ist sicher
Die ukrainischen Agrarprodukte entsprächen den EU-Sicherheitsstandards, betonte der stellvertretende ukrainische Landwirtschaftsminister im Interview mit EURACTIV, kurz nachdem eine Einigung im Streit über ukrainische Getreideimporte in die EU erzielt wurde.
Die ukrainischen Agrarprodukte entsprächen den EU-Sicherheitsstandards, betonte der stellvertretende ukrainische Landwirtschaftsminister im Interview mit EURACTIV, kurz nachdem eine Einigung im Streit über ukrainische Getreideimporte in die EU erzielt wurde.
Mehrere an die Ukraine angrenzende EU-Länder hatten zuvor entschieden, die Einfuhr ukrainischer Agrarprodukte zu stoppen, nachdem der Zustrom von Getreide aus dem Land vor Ort die Preise gedrückt und heimische Landwirte vom Markt verdrängt hatte.
Zwar wurde am Samstag zwischen der Europäischen Kommission und den Frontländern eine grundsätzliche Einigung über die Wiederaufnahme des Handels erzielt, doch die Frage, wie mit Bedenken über mögliche Gesundheitsrisiken der Importe für Menschen, Tiere und Pflanzen umgegangen werden soll, bleibt offen.
Berichten zufolge wurde in 1.500 Tonnen Weizen, die aus der Ukraine in die Slowakei eingeführt wurden, Chlorpyrifos gefunden – ein Pestizid, das in der EU bereits 2020 verboten wurde.
Auch Polen hat Bedenken im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit geäußert und darauf hingewiesen, dass es eine Reihe von Warnungen über das Schnellwarnsystem für Lebens- und Futtermittel (RASFF) der EU abgegeben habe.
Der stellvertretende ukrainische Landwirtschaftsminister Markijan Dmytrasewitsch betonte jedoch gegenüber EURACTIV, dass es keinen Grund zur Besorgnis gebe.
„Seit 2016, als wir das Assoziierungsabkommen unterzeichnet haben, setzen wir alle EU-Sicherheitsstandards um“, betonte er.
Ukrainische Lebensmittel erreichten „einen guten Qualitätsstandard und die Menge an Input in die EU gibt uns das Verständnis, dass diese Qualität für die EU [und] die europäischen Verbraucher akzeptabel ist“, so Dmytrasewitsch.
Der Minister räumte zwar ein, dass das interne Lebensmittelsicherheitssystem der Ukraine weiterentwickelt werden müsse. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass dies in Zukunft kein Problem darstellen werde.
„Ich bin mir sicher, dass dies kein Hindernis sein wird, das uns den Beitritt zur EU verwehrt“, sagte er.
Getreideexporte sichern Überleben
Der Minister unterstrich die Bedeutung der Agrarexporte in die EU und betonte, dass sie für das Überleben des ukrainischen Agrarsektors von entscheidender Bedeutung seien.
„Wir verstehen die Kämpfe, die unsere Nachbarn wegen der Kriegspreise für Getreide haben“, sagte er. „Aber gleichzeitig haben wir in der Ukraine einen Krieg, und dieser Export ist für uns entscheidend – nicht um Geld zu verdienen, nicht um etwas hinzuzugewinnen, sondern um zu überleben.“
Dmytrasewitsch wies darauf hin, dass der Agrarsektor einer der „größten Teile der ukrainischen Wirtschaft“ sei. Es sei „sehr wichtig“, den ukrainischen Landwirten die Möglichkeit zu geben, ihre Waren zu verkaufen – vor allem jetzt, da die Aussaat- und Erntekampagnen anlaufen.
Harte Verhandlungen
Mit Blick auf einen möglichen künftigen Beitritt des Landes zur EU räumte der stellvertretende Minister ein, dass es eine Herausforderung sein werde, das ukrainische Agrarsystem an das der EU anzupassen.
„Es ist für uns und auch für die EU völlig verständlich, dass wir ein Kompromissmodell für die Anpassung des ukrainischen Landwirtschaftssektors an den europäischen Landwirtschaftssektor finden müssen“, sagte er. Er verstehe, „dass wir in Zukunft harte Diskussionen führen werden.“
„Unsere Priorität ist es, Mitglied der EU zu werden – das ist entscheidend für die Ukraine“, sagte er. Da er sicher sei, dass „jedes europäische Land versteht“, dass dies ein wichtiger Schritt für die zukünftige Sicherheit der EU sei, sei er „zuversichtlich“, dass ein Kompromiss gefunden werde.
[Bearbeitet von Gerardo Fortuna/Nathalie Weatherald]