112 - Eine Nummer sucht Anschluss

Die 112 ist die einzige europaweite Notrufnummer, unter der man in jedem Land der EU Hilfe bekommt: bei Rettung, Feuerwehr und Polizei. Aber nur 16 Prozent der Deutschen kennen die Nummer. Den 11.2. hat das Europaparlament zum Euronotruftag erklärt.

In ganz Europa, in jeder Sprache, in jedem Netz: 112 als EU-weiter Notruf (Foto: dpa)
In ganz Europa, in jeder Sprache, in jedem Netz: 112 als EU-weiter Notruf (Foto: dpa)

Die 112 ist die einzige europaweite Notrufnummer, unter der man in jedem Land der EU Hilfe bekommt: bei Rettung, Feuerwehr und Polizei. Aber nur 16 Prozent der Deutschen kennen die Nummer. Den 11.2. hat das Europaparlament zum Euronotruftag erklärt.

Die EU-weit geltende Notrufnummer ist noch wenig bekannt. In Deutschland kennen sie nur 16 Prozent, in Italien sogar nur 3 Prozent, im EU-Musterland Luxemburg dagegen 56 Prozent, in Tschechien sogar 58 Prozent.

Auch im EU-Ausland kann man einfach 112 wählen – ohne Landes- oder Ortsvorwahl, selbst wenn auf ihrem Mobiltelefon kein Guthaben ist.

Vorrang in allen Handynetzen

Der Euronotruf genießt Vorrang in allen Handynetzen. Er ist unabhängig vom individuellen Netzbetreiber und funktioniert, solange überhaupt ein Handynetz verfügbar ist.

Die 112 kann natürlich auch an allen Telefonzellen und Festnetztelefonen vorwahlfrei und kostenlos gewählt werden.

Die 112 habe einen echten europäischen Mehrwert, der Leben retten hilft. Die Bekanntheit der 112 entspreche bei Weitem nicht ihrer Bedeutung, meint Nils Bunjes vom Europa Zentrum Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung. Die Nummer sei „eines der besten EU-Produkte“.

Um die Bekanntheit der gemeinsamen Notrufnummer zu steigern, hat das Europäische Parlament – mit der bisher höchsten Zustimmung für eine Deklaration – den 11.2. zum europaweiten Euronotruftag erklärt.

Notruf auf 110 dauert länger

Eingeführt wurde die europaweite Notrufnummer 112 im Jahr 1991 auf Vorschlag der Europäischen Kommission und gilt nun in allen EU-Mitgliedsstaaten sowie im Fürstentum Liechtenstein, in Norwegen und der Schweiz.

Zwar kann weiterhin die deutsche Notrufnummer 110 gewählt werden, doch wird in Notfällen davon abgeraten. Die Verbindung mit der Rettungsleitstelle, die Rettungsdienst und Notarzt alarmiert, dauere länger. Dieser Anruf läuft zunächst bei der Polizei auf, die den Anrufenden erst an die Rettungsleitstelle weiterverbinden muss.

Gefahr des Missbrauchs

Problematisch ist der zunehmende Missbrauch der 112: Oft rufen Leute bei Halsschmerzen oder Durchfall den EU-Notruf an.

Die Bekanntheit lässt in manchen Ländern zu wünschen übrig. Auffällig ist, dass in vielen osteuropäischen EU-Mitgliedsländern die Nummer weit besser bekannt ist als in den alten westlichen.

Bekanntheitsgrad zwischen 4 und 58 Prozent

Wie bekannt ist die 112 als europaweite Notrufnummer? (Alphabetische Reihenfolge; Angaben in Prozentzahlen, basierend auf einer Eurobarometer-Umfrage)

Belgien 38 Prozent, Bulgarien 49, Dänemark 30, Deutschland 16, Estland 41, Finnland 47, Frankreich 29, Griechenland 4, Großbritannien 8 (hier gibt es aber einen Übersetzungsservice in 170 Sprachen – was die Redaktion von EURACTIV.de indes noch nicht überprüft hat), Irland 16, Italien 3, Lettland 29, Litauen 43, Luxemburg 56, Malta 17, Niederlande 43, Österreich 28, Polen 50, Portugal 30, Rumänien 42, Schweden 47, Slowakei 46, Slowenien 13, Spanien 21, Tschechien 58, Ungarn 27, Zypern 11 Prozent.

red.

Weiterführende Links:

www.112.eu

www.sos112.info

www.prosos.org