2022: Frankreich beschlagnahmte so viele Drogen wie noch nie
Mehr als 150 Tonnen illegaler Drogen wurden 2022 von den französischen Behörden beschlagnahmt. Laut dem Innenminister Gérald Darmanin stelle dies einen "historischen" Sieg dar.
Mehr als 150 Tonnen illegaler Drogen wurden 2022 von den französischen Behörden beschlagnahmt. Laut dem Innenminister Gérald Darmanin stelle dies einen „historischen“ Sieg dar.
Die Beschlagnahmung von Cannabis ist mit 128,6 Tonnen so hoch wie nie zuvor, ein Anstieg um 15 Prozent gegenüber 2021 und 47 Prozent gegenüber 2017, sagte Darmanin am Mittwoch vor Journalisten. Auch Kokain im Wert von 27,7 Tonnen landete in den Netzen von Polizei und Zoll, ein Anstieg um 5 Prozent gegenüber 2021.
Am 19. Februar gab die Regierung die größte Kokainbeschlagnahmung in der Geschichte Frankreichs bekannt, bei der 1,9 Tonnen im Handelshafen von Havre gefunden wurden.
Etwa 80 Prozent des gesamten Kokainhandels wird über Handelsschiffe abgewickelt, erklärte Darmanin. 55 Prozent des Kokains, das die französischen Küsten erreicht, stammt von den karibischen Inseln und aus Französisch-Guayana.
Schließlich zeigen die Daten des Innenministeriums, dass 1,4 Tonnen Heroin (+8 Prozent im Vergleich zu 2021), 273 Kilogramm Amphetamine und Methamphetamine (+21 Prozent) und 1,5 Millionen Ecstasy- und MDMA-Tabletten beschlagnahmt wurden.
Die Ergebnisse sprechen für die offensive Strategie der Regierung zur Bekämpfung des Drogenhandels. Eine neue Anti-Drogen-Organisation, OFAST, wurde 2020 ins Leben gerufen, um die Polizei- und Zolldienste besser zu koordinieren. „Die DEA im französischen Stil“, so Darmanin.
Der Kampf geht jedoch weiter. „Mit dem Drogenhandel und -konsum kommen Unsicherheit, Kriminalität, organisiertes Verbrechen, schmutziges Geld, Terrorismus, Prostitution und Kinderpornographie“, sagte Darmanin.
Finanzminister Gabriel Attal warnte außerdem vor der „Intensität der Drogenbedrohung für die nationale Sicherheit“ und erklärte, er sei bereit, diesen „weißen Tsunami“ abzuwehren, und bezog sich dabei auf die ständig steigende französische Nachfrage nach Kokain.
Rund 600.000 Franzosen waren 2022 unregelmäßige Kokainkonsumenten, so die Zahlen der französischen Beobachtungsstelle für Drogen und Suchtverhalten. 2,1 Millionen haben es mindestens einmal probiert.
Außerdem haben 18 Millionen Franzosen im Jahr 2022 mindestens einmal Gras geraucht; 1,3 Millionen sind regelmäßige Konsumenten und 850.000 rauchen täglich. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung und insbesondere unter den 16-Jährigen hat Frankreich die zweithöchste Zahl an Cannabis-Rauchern in der EU.
Die Regierung hat deutlich gemacht, dass sie die Legalisierung von Cannabis nicht befürwortet.