40% der europäischen Gewässer mit Quecksilber belastet
40 Prozent der EU-Gewässser sind mit hochgiftigem Quecksilber belastet, zeigt eine Studie der Europäischen Umweltagentur.
40 Prozent der EU-Gewässser sind mit Quecksilber belastet. Dies bedroht Vögel und Säugetiere, die im und am Wasser leben. Ein Artikel von EURACTIVs Partner Journal de l’Environnement.
Laut einem von der Europäischen Umweltagentur (EUA) am 19. September veröffentlichten Bericht erreicht die Quecksilberbelastung der europäischen Gewässer inzwischen alarmierende Ausmaße.
Obwohl Quecksilber als eine der zehn gefährlichsten Chemikalien der Welt gilt, werden in 46.000 von 111.000 getesteten europäischen Oberflächenwasserkörpern immer noch zu hohe Konzentrationen beobachtet.
Diese Konzentrationen sind hauptsächlich auf Emissionen zurückzuführen, die bei der Verbrennung von Steinkohle, Braunkohle und Holz sowie in geringerem Maße im Goldbergbau und bei bestimmten industriellen Prozessen entstehen.
Hauptquelle der Emissionen: Asien
Das Problem ist: Quecksilber verbleibt bis zu 3.000 Jahre in der Umwelt und kann sich über sehr weite Strecken weiterverbreiten, so der EUA-Bericht.
Deshalb finden sich Quecksilber-Konzentrationen in der Luft, im Wasser, im Boden und bei Tieren. In der Atmosphäre sind die aktuellen Konzentrationen um 500 Prozent höher als natürlich wäre. In den Ozeanen sind die Belastungen 200 Prozent höher.
In Wassersystemen erweist sich Quecksilber in seiner organischen Form, auch Methylquecksilber genannt, als am gefährlichsten: Wenn es von Tieren verzehrt wird, kontaminiert es die gesamte Nahrungskette.
Der Bericht der EUA zeigt auch, dass etwa 50 Prozent des in Europa beobachteten anthropogenen Quecksilbers aus Drittländern stammen: Allein 30 Prozent haben ihren Ursprung auf dem asiatischen Kontinent. Asien ist der einzige Ort auf der Welt, an dem die Emissionen zwischen 1990 und 2010 gestiegen sind (+47 Prozent).
Minamata-Abkommen nicht ausreichend
Die schlechte Nachricht ist, dass selbst größere Sofortmaßnahmen nicht in der Lage wären, die Quecksilber-Konzentrationen auf das vor dem Industriezeitalter beobachtete Niveau zu senken.
Somit reicht auch das Verbot bestimmter industrieller Produkte und Verfahren, das durch das im August 2017 in Kraft getretene Minamata-Übereinkommen verhängt wurde, nicht aus, um diese Verschmutzung einzudämmen.
Außerdem ist zu erwarten, dass die Quecksilber-Verschmutzung durch die globale Erwärmung weiter zunehmen wird. Laut einer im Februar veröffentlichten Studie könnte sie aufgrund der abschmelzenden Permafrostböden nicht nur in Europa, sondern weltweit in die Höhe schnellen.