AfD geht in Mecklenburg-Vorpommern knapp in Führung, während Berlin nach links rückt
Merz’ CDU verzeichnet ihr schlechtestes Wahlergebnis seit dem Zweiten Weltkrieg
Nach ersten Hochrechnungen liegen die Sozialdemokraten und die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD) in Mecklenburg-Vorpommern Kopf an Kopf, wobei die AfD einen knappen Vorsprung hat.
Für die SPD-Kandidatin Manuela Schwesig und ihren AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm werden voraussichtlich rund 36,5 % bzw. 38 % prognostiziert.
Die AfD hat ihr Ergebnis von 2021 in diesem Bundesland in etwa verdoppelt, knüpft damit an ihre Beinahe-Mehrheit im benachbarten Sachsen-Anhalt an und rückt ein weiteres ostdeutsches Bundesland in greifbare Nähe.
Das Ergebnis krönt dennoch ein bemerkenswertes Comeback für Schwesig und die Sozialdemokraten, die in den letzten Wochen des Wahlkampfs einen Aufschwung verzeichneten.
„Das wird eine lange Nacht“, sagte Schwesig zu ihren Anhängern in der malerischen Orangerie des Schweriner Schlosses. Bei weiteren Auszählungen könnte sie den Rückstand auf ihren rechtsextremen Rivalen noch verringern.
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„Es tut jedoch weh, diesen riesigen blauen Balken zu sehen“, sagte die SPD-Politikerin in Anspielung auf die Farbe der AfD.
Unterdessen lobte AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla das Ergebnis als „außergewöhnlich“ und erklärte den Anhängern bei der Wahlparty der Partei, dass die AfD nun versuchen werde, das Land zu regieren.
Auch die Grünen und Die Linke haben laut Hochrechnung die 5-Prozent-Hürde für den Einzug in den Landtag genommen.
Für die Christdemokraten von Bundeskanzler Friedrich Merz ist das Ergebnis ein weiterer schwerer Rückschlag. Die CDU kommt laut Hochrechnung auf gerade einmal 5 % – das mit Abstand schlechteste Ergebnis, das sie jemals bei einer Wahl seit dem Zweiten Weltkrieg erzielt hat.
Berlin
In der Hauptstadt dürfte die extreme Linke laut Nachwahlbefragungen 26 % erreichen, wobei Die Linke ihr Ergebnis von 12,2 % aus dem Jahr 2023 verdoppeln würde.
Eine triumphierende Elif Eralp, die Spitzenkandidatin der Partei, bezeichnete das Ergebnis als Botschaft der „Liebe und Gerechtigkeit“ an die Welt.
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Die Sozialdemokraten und die Grünen kommen auf 12 % bzw. 15,5 %, während die AfD 13,5 % der Stimmen erhielt.
Zusammen sind die drei linken Parteien auf dem Weg zu einer Mehrheit, was den Weg für eine Rückkehr einer linken Regierung in der Hauptstadt ebnet – diesmal unter der Führung von Die Linke.
Der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach, der auf den fünften Platz zurückgefallen war, bezeichnete das Ergebnis als „katastrophal“. Seine Partei hatte die deutsche Hauptstadt jahrzehntelang dominiert.
Die Christdemokraten unter Merz kamen nur auf 20 %. Die CDU regiert Berlin seit drei Jahren, nachdem sie einen überraschenden Wahlsieg errungen hatte, der durch die Frustration über die Politik der Grünen und die allgemeine Unzufriedenheit mit der Lage in der Stadt befeuert wurde.
Bislang gaben 72 % der Berliner ihre Stimme ab, neun Prozentpunkte mehr als 2023. In Mecklenburg-Vorpommern lag die Wahlbeteiligung bei 75,5 %, gegenüber 70,8 % im Jahr 2021.
(mm)
UPDATE: Dieser Artikel wurde mit aktuellen Stellungnahmen der Kandidaten Schwesig, Eralp, Krach und Chrupalla sowie den neuesten Wahlbeteiligungszahlen aktualisiert.