Albanien weiterhin eines der korruptesten Länder Europas

Albanien hat sich im Korruptionswahrnehmungsindex 2022 von Transparency International um einen Punkt gegenüber dem Vorjahr verbessert, gehört aber immer noch zu den korruptesten Ländern in Europa. 

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Der EU-Hoffnungsträger erreichte 26 von 100 möglichen Punkten, basierend auf Informationen aus 13 verschiedenen Korruptionsumfragen und -bewertungen, obwohl Transparency International (TI) sagte, dass solche Schwankungen "normalerweise nicht signifikant sind." [Shutterstock/Andrzej Rostek]

Albanien hat sich im Korruptionswahrnehmungsindex 2022 von Transparency International (TI) um einen Punkt gegenüber dem Vorjahr verbessert, gehört aber immer noch zu den korruptesten Ländern in Europa. 

Das EU-Kandidatenland erreichte in dem Index 26 von 100 möglichen Punkten. Der Wert auf Grundlage von 13 verschiedenen Korruptionsumfragen und -bewertungen ermittelt.

„Die Fortschritte dieses hybriden Regimes in Bereichen wie der gerichtlichen Überprüfung und der Stärkung der spezialisierten Struktur gegen Korruption und organisierte Kriminalität wurden von der Schwächung der Unabhängigkeit der Medien und dem Mangel an Möglichkeiten für eine sinnvolle Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Entscheidungsfindung überschattet“, heißt es in dem Bericht.

Insgesamt warnte Transparency International, dass „die meisten Länder es nicht schaffen, die Korruption zu stoppen“. Der weltweite Durchschnittswert von 43 ist seit mehr als einem Jahrzehnt unverändert geblieben.

26 Länder erreichten im Jahr 2022 den niedrigsten Wert aller Zeiten, während zwei Drittel der Länder weniger als 50 Punkte erreichten.

„155 Länder haben seit 2012 keine nennenswerten Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung gemacht oder sind zurückgefallen“, so TI.

Die höchste Punktzahl, die Albanien erreichte, seit TI die Korruption in dem Westbalkanland untersucht, war 39 im Jahr 2016. Danach ging der Wert bis 2019 jedes Jahr zurück und schwankte seitdem um einen Punkt nach oben und unten. Der niedrigste Wert war 31 im Jahr 2013, als die Regierung von der Demokratischen Partei zur Sozialistischen Partei wechselte, die seither an der Macht ist.

In der Rangliste liegt Albanien jedoch auf Platz 101 von 180 Ländern und gehört damit zu den Schlusslichtern. Es befindet sich zwischen Lesotho, Kasachstan, Panama und Sri Lanka und wird von Moldawien, Äthiopien, Kolumbien und Tunesien geschlagen.

Der Rangliste zufolge sind Albanien, Serbien und Bosnien-Herzegowina zusammen mit der Türkei (101) die korruptesten Länder in Europa, die ehemaligen Sowjetstaaten nicht mitgerechnet.

Nordmazedonien hat sich verbessert und liegt nun auf Platz 85 (40 Punkte), während der Kosovo mit 41 Punkten auf Platz 84 liegt. Der am wenigsten korrupte Staat der Region ist Montenegro, das mit 45 Punkten auf Platz 65 liegt.

An der Spitze der Liste der am wenigsten korrupten Länder steht Dänemark mit einer Punktzahl von 90, dicht gefolgt von Finnland, Neuseeland und Norwegen. Am schlechtesten schneidet Somalia ab, gefolgt von Syrien, Südsudan, Venezuela und Jemen.

„Die Staats- und Regierungschefs können gleichzeitig die Korruption bekämpfen und den Frieden fördern. Die Regierungen müssen Freiräume schaffen, um die Öffentlichkeit in die Entscheidungsfindungsprozesse einzubeziehen – von Aktivist:innen und Unternehmer:innen bis hin zu marginalisierten Gemeinschaften und jungen Menschen. In demokratischen Gesellschaften können die Menschen ihre Stimme erheben, um die Korruption auszurotten und eine sicherere Welt für uns alle zu fordern“, sagte der Geschäftsführer von TI, Daniel Eriksson.