Allianz für modulare Atomreaktoren stellt Fahrplan bis Anfang 2025 vor
Die Industrieallianz für kleine modulare Reaktoren nutzte ihre Generalversammlung letzte Woche, um einen Arbeitsplan für den Rest des Jahres 2024 festzulegen. Es wurden acht Arbeitsgruppen eingerichtet, die die Ziele der Allianz umsetzen sollen.
Die Industrieallianz für kleine modulare Reaktoren nutzte ihre Generalversammlung letzte Woche, um einen Arbeitsplan für den Rest des Jahres 2024 festzulegen. Es wurden acht Arbeitsgruppen eingerichtet, die die Ziele der Allianz umsetzen sollen.
Die Allianz für kleine modulare Reaktoren, ein Zusammenschluss öffentlicher und privater Akteure mit Unterstützung der Europäischen Kommission, will einen europäischen Markt für kleine modulare Atomreaktoren (SMR) und fortgeschrittene modulare Reaktoren (AMR) schaffen.
Diese Reaktoren der nächsten Generation haben eine Leistung von 200 bis 300 Megawatt und können für verschiedene Anwendungen eingesetzt werden – von der Erzeugung von Strom oder Wärme für industrielle oder kommunale Zwecke bis hin zum Ersatz von Kohlekraftwerken.
Die Allianz hofft, dass die ersten Projekte spätestens in der ersten Hälfte der 2030er Jahre in Betrieb genommen werden können, damit die Technologie zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen in Europa beitragen kann.
Diese Projekte würden auch dazu beitragen, das Ziel eines Ausbaus der Atomkraftkapazitäten um 50 Gigawatt bis 2050 zu erreichen, das sich die pro-atomaren EU-Mitgliedstaaten gesetzt haben.
Arbeitsgruppen und nächste Schritte
Der Allianz gehören 277 Mitglieder an, die alle in Europa ansässig sind. Den Schlussfolgerungen der Generalversammlung nach, die am 29. und 30. Mai stattfand, sind sie in verschiedene Arbeitsgruppen unterteilt.
Seit der Versammlung gibt es acht technische Arbeitsgruppen, die von europäischen Unternehmen geleitet werden. Diese konzentrieren sich auf eine Reihe von Bereichen, von Lieferketten über Forschung und Entwicklung bis hin zu öffentlichen Verpflichtungen, Qualifikationen und Abfallmanagement.
Die Arbeitsgruppen für Forschung und Entwicklung, Lieferketten, Qualifikationen und Finanzierung werden im Juni ihre Arbeit aufnehmen. Die anderen werden ihre Arbeit im Oktober aufnehmen.
„Der nächste wichtige Schritt ist die Festlegung eines technologischen Fahrplans, der bis Ende des Jahres vorliegen soll“, sagte Andrei Goicea, politischer Direktor bei NuclearEurope, dem europäischen Verband für Atomkraft und Mitglied des Lenkungsausschusses der Allianz, gegenüber Euractiv. Derzeit sind 24 verschiedene SMR-Konstruktionen gelistet, wobei es sich bei 14 davon um AMR handelt.
Das Hauptziel besteht darin, einen allgemeinen Aktionsplan für das erste Quartal 2025 zu erstellen, der sich aus zehn Aufgaben zusammensetzt. Dazu gehören zu erreichende Ziele, umzusetzende Maßnahmen sowie auszuliefernde Bauteile.
„Im Moment sind die durchzuführenden Arbeiten noch nicht vollständig definiert“, erklärte der Präsident von NuclearEurope, Yves Desbazeilles.
Gleichzeitig kündigte der Vorsitzende der Technologieplattform für nachhaltige Kernenergie (SNETP), Bernard Salha, der ebenfalls Mitglied des Lenkungsausschusses der Allianz ist, an, dass jedes Projekt, das für eine Förderung ausgewählt wurde, potenziell an einem wichtigen Projekt von gemeinsamem europäischen Interesse teilnehmen könne. Dieser Mechanismus ermöglicht es den Teilnehmern, einige EU-Beihilfevorschriften zu umgehen.
In der Zwischenzeit wird Anfang Juli die erste Sitzung des Verwaltungsrates stattfinden, der sich aus den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Gruppe der Regulierungsbehörden für nukleare Sicherheit (ENSREG) zusammensetzt, so Yves Desbazeilles abschließend.
[Bearbeitet von Donagh Cagney/Rajnish Singh/Kjeld Neubert]