Alptraum der Waldbrände kehrt in Europas Süden zurück
In ganz Südeuropa wüten Waldbrände. Athen ist von Flammen umgeben, die vom gesamten Attika-Becken aus sichtbar sind, da das Feuer in Penteli unkontrollierbare Ausmaße erreicht hat.
In ganz Südeuropa wüten Waldbrände. Athen ist von Flammen umgeben, die vom gesamten Attika-Becken aus sichtbar sind, da das Feuer in Penteli unkontrollierbare Ausmaße erreicht hat.
Nach Angaben eines Sprechers der Feuerwehr von Athen brach das Feuer am Dienstag um 17.19 Uhr aus. Die Behörden äußerten schon früh große Besorgnis und riefen die Anwohner auf, sich für eine eventuelle Evakuierung bereitzuhalten.
Das Feuer brennt an Dutzenden von Orten, und der Notfall-Kommunikationsdienst hat über die Nummer 112 Nachrichten an die Mobiltelefone der Menschen geschickt, um die gefährdeten Gebiete zu evakuieren.
Der Feuersturm hat bereits Dutzende von Häusern beschädigt, während die gesamte Feuerwehr der Region Attika in höchster Alarmbereitschaft ist und Feuerwehrleute aus anderen Teilen Griechenlands zur Hilfe gekommen sind.
In dem Gebiet weht ein starker Wind, der die Löscharbeiten erschwert.
Dem Bericht zufolge sind 420 Feuerwehrleute mit 18 Löschteams sowie 15 Flugzeuge und neun Hubschrauber regelmäßig im Einsatz sind, darunter einer für die Koordinierung aus der Luft.
Polizeikräfte und die Spezialeinheit Deucalion der Armee haben in dem Gebiet Hilfe geleistet.
Im Krisenmanagementzentrum finden derzeit Sitzungen der politischen Führung des Ministeriums für Klimakrise und Katastrophenschutz statt.
Unterdessen brach am Dienstagmorgen in der italienischen Region Friaul-Julisch Venetien ein Großbrand aus, bei dem 37 Teams und 114 Einsatzkräfte an den Löscharbeiten beteiligt waren.
Die Ursachen sind noch nicht geklärt, aber wegen des Brandes mussten die Autobahn und die nahe gelegene Eisenbahnstrecke gesperrt werden.
Der Waldbrand verursachte auch Probleme mit der Stromversorgung, und kurz nach 17:00 Uhr kam es zu einem allgemeinen Stromausfall in Triest und den angrenzenden Gemeinden.
In ganz Italien wüten die Brände weiter. Etwa 40 Einsätze im Zusammenhang mit Bränden beschäftigten die Feuerwehr am Dienstag in Rom und dessen Provinz. Auch in der Toskana und in der Nähe von Bozen im Norden haben einige Gebiete gebrannt.
Das Problem der Ausbreitung von Waldbränden bei Hitzewellen geht Hand in Hand mit der Dürre. Vor zwei Wochen erklärte Italien den Notstand wegen einer historischen Dürre, der schlimmsten seit 70 Jahren, von der vor allem die Po-Ebene betroffen ist.
Um der Wasserkrise zu begegnen, hat die italienische Regierung 4,4 Milliarden Euro aus dem Konjunkturprogramm bereitgestellt, um die Wasserwirtschaft in den nächsten vier Jahren zu verbessern.
In Italien wurden im Jahr 2022 bisher 219 Waldbrände gemeldet, und seit Anfang des Jahres sind fast 23.000 Hektar verbrannt. Nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems (EFFIS) ist die wöchentlich kumulierte verbrannte Fläche in Italien höher als im Durchschnitt der letzten 15 Jahre.
Aber auch andere südeuropäische Länder haben mit Rekordtemperaturen und Waldbrandkatastrophen zu kämpfen: von Spanien und Portugal bis Frankreich und Albanien, was zum Teil auf einen der heißesten und trockensten Sommer aller Zeiten zurückzuführen ist.