Amsterdam legt neuen Plan zur Bewältigung der Wohnungsmangels vor

Die Stadtverwaltung von Amsterdam hat am Montag einen neuen Plan vorgelegt, der erschwinglichen Wohnraum garantieren und Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen in der Stadt unterstützen soll.

Euractiv.com
Colorful,Traditional,Canal,Houses,On,Brouwersgracht,In,The,Grachtengordeal,The
Insbesondere in Amsterdam ist die Situation sehr ernst, da für 2030 ein Mangel an 10.000 bis 15.000 Wohnungen für "schutzbedürftige Gruppen" prognostiziert wird. [Shutterstock/Rudmer Zwerver]

Die Stadtverwaltung von Amsterdam hat am Montag einen neuen Plan vorgelegt, der erschwinglichen Wohnraum garantieren und Haushalte mit niedrigem und mittlerem Einkommen in der Stadt unterstützen soll.

Die Wohnungskrise in den Niederlanden, die durch einen zunehmenden Wohnungsmangel und steigende Obdachlosigkeit gekennzeichnet ist, wurde auch von der Pandemie, dem Krieg in der Ukraine und der anhaltenden Stickstoffkrise nicht gelöst.

Vor allem in Amsterdam ist die Lage sehr ernst, da für das Jahr 2030 ein Mangel an 10 000 bis 15 000 Wohnungen für „gefährdete Gruppen“ vorhergesagt wird.

Mit seinem neuen Plan will Amsterdam die Wohnungsnot lindern, indem es die gemeinsame Nutzung von Wohnungen erleichtert, ältere Menschen ermutigt, aus Familienwohnungen in Altersheime umzuziehen, und eine härtere Gangart gegenüber leerstehenden Wohnungen einlegt, berichtet NOS.

Zusätzlich zu dem Versprechen, mehr Sozialwohnungen zu bauen, soll dies zum Bau von etwa 7.500 Wohnungen und zusätzlichen 2.500 Übergangswohnungen pro Jahr führen.

„Eine gute, nachhaltige und bezahlbare Wohnung ist ein Grundbedürfnis des Lebens. Derzeit haben aber bei weitem nicht alle Amsterdamer eine gute und bezahlbare Wohnung in unserer Stadt“, erklärte Stadträtin Zita Pels, Mitglied der niederländischen Grünen Partei und zuständig für Wohnungsbau.

Sie sieht die Chancen aber hauptsächlich im Bestand, nicht im Wohnbau.

„Die Lösung liegt in erster Linie bei den bestehenden Wohnungen. Sie müssen wieder erschwinglich werden, von guter Qualität sein und dürfen nicht als Geschäftsmodell genutzt werden. Letzterem werden wir mit diesem Ansatz ein Ende setzen“, so die Grüne.

„Als Folge [der Wohnungskrise] befinden sich in unserer Stadt zu viele Menschen in einer illegalen Wohnsituation“, fügte sie hinzu.

Der Amsterdamer Ansatz für den öffentlichen Wohnungsbau (AAV), wie der vorgeschlagene Plan genannt wird, ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Amsterdam, der Wohnungsbaugesellschaften und der Amsterdamer Bürger. Der Dialog zwischen diesen Partnern führte dazu, dass die Bürger rund 1.000 Empfehlungen einreichten, die nun die Grundlage für den Planentwurf bilden.

„In den Gesprächen brachten die Amsterdamer Bürger deutlich zum Ausdruck, dass die Stadt mehr tun sollte, um die Zugänglichkeit, Erschwinglichkeit und Nachhaltigkeit von Wohnraum zu verbessern. Dem stimme ich zu. Mit der Dämmstoffoffensive für mehr Nachhaltigkeit im Wohnungsbau und diesem Amsterdamer Ansatz für den öffentlichen Wohnungsbau werden wir große Fortschritte machen“, so Pels.

Der Wohnungsbau in den Niederlanden hat sich in den letzten Jahren aufgrund der Stickstoffkrise, mit der das Land konfrontiert ist, verlangsamt.

Um die Habitat-Richtlinie der EU zu erfüllen, kündigte die niederländische Regierung bereits im Juni 2022 an, die Stickstoffemissionen bis 2030 um 50 Prozent zu senken, was zu Unsicherheiten beim Bau neuer Wohnungen geführt hat.

Am Freitag veröffentlichte das Kabinett seine neuesten Schritte zur Verringerung der Stickstoffemissionen, die insbesondere auf die größten Stickstoffverursacher abzielen.